Wettbewerb

Millionen-Bürgschaft für neue S-Bahn-Züge

Im Berliner Senat gibt es Pläne, den Kauf von knapp 200 neuen S-Bahn-Wagen mit einer Millionen-Bürgschaft abzusichern. Das Konzept für eine Teilausschreibung des S-Bahn-Netzes sieht vor, dass auf der Ringbahn ab 2017 möglicherweise ein privater Konkurrent der Bahn den Betrieb übernehmen soll.

Dieses Unternehmen müsste allerdings 194 Viertelzüge neu bauen lassen, weil das technische System der S-Bahn in Deutschland einzigartig und nicht kompatibel mit anderen Schienensystemen ist. Die Kosten für die neuen Züge liegen bei 500 Millionen Euro. Nach Informationen des "Spiegels" gibt es Senatspläne, für diese Summe zu bürgen.

Wegen defekter Züge und fehlender Reserven gibt es bei dem Tochterunternehmen der Deutschen Bahn seit Wochen nur einen Notfahrplan. Zehntausende Fahrgäste müssen mit langen Wartezeiten und überfüllten Zügen rechnen. Bis auf weiteres fahren die Züge der S-Bahn nur mit einer Höchstgeschwindigkeit von 60 statt von 80 Stundenkilometern. Jens Wieseke, Vizevorsitzender des Berliner Fahrgastverbands Igeb, sagte: "Eine Bürgschaft ist die richtige Entscheidung. Für das Land ist sie praktisch risikolos, weil die neuen Züge dringend gebraucht werden. Zudem ist es keine Entscheidung gegen die Bahn, die sich ja am Wettbewerb einer Ausschreibung beteiligen kann." Auch die Berliner Industrie- und Handelskammer unterstützt den Plan, weil er den Wettbewerb fördere. Ein Sprecher der Senatsstadtentwicklungsverwaltung sagte allerdings, dass noch keine Entscheidung getroffen sei.