Verbraucherschutz

Dioxin: 150 000 Tonnen Futter verseucht

Der Fund erhöhter Dioxinwerte in Futtermitteln entwickelt sich zu einem der größten Lebensmittelskandale in der Geschichte der Bundesrepublik. Wie Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) am Mittwoch mitteilte, seien zurzeit mindestens acht Bundesländer betroffen.

Bis zu 3000 Tonnen Dioxinfett sollen demnach von der schleswig-holsteinischen Firma Harles und Jentzsch an 25 Futtermittelhersteller geliefert worden sein. Insgesamt könnten rund 150 000 Tonnen Tierfutter verunreinigt sein.

Ermittler durchsuchten gestern den Firmensitz von Harles und Jentzsch in Uetersen und eine Spedition im niedersächsischen Bösel. "Wir haben umfangreiches Beweismaterial sichergestellt, darunter Rechnungen und Lieferscheine", sagte der Itzehoer Oberstaatsanwalt Ralph Döpper. Zudem seien Proben genommen worden.

Wie das "Westfalen-Blatt" berichtet, soll es bereits Morddrohungen gegen den Geschäftsführer von Harles und Jentzsch gegeben haben. "Wir sind ziemlich deprimiert und können die Firma eigentlich dicht machen", sagte Vertriebschef Klaus Voss an gleicher Stelle. Man werde am Donnerstag eine Bestandsaufnahme machen und dann entscheiden, ob notfalls Insolvenz angemeldet werde.

Aigner sagte, sie glaube nicht, dass das dioxinbelastete Fett versehentlich ins Viehfutter geraten sei. Einem Bericht der Bundesregierung zufolge gab es bereits im November Nachweise von Dioxin in der Tierfutterproduktion. Erst nach Weihnachten wurde jedoch vor dem belasteten Futter gewarnt.