Verkehr

S-Bahn-Kunden droht neues Winterchaos

Die Berliner und Brandenburger müssen in der bevorstehenden kalten Jahreszeit erneut mit erheblichen Einschränkungen im S-Bahn-Verkehr rechnen. "Wenn der Winter hart wird, werden wir Probleme bekommen", warnte der Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB), Hans Werner Franz.

Er kritisierte gestern vor dem Verkehrsausschuss des Abgeordnetenhauses, dass die notwendigen Veränderungen in dem Berliner Tochterunternehmen der Deutschen Bahn nur langsam vorankämen. So gebe es noch immer nicht genügend Kapazitäten, um vereiste Züge wieder aufzutauen. Zudem gebe es noch erhebliche Rückstände bei der Mängelbeseitigung.

Im vergangenen Winter waren bei Eis und Schnee zahlreiche Züge wegen technischer Pannen ausgefallen oder zu spät gekommen. Insbesondere die Motoren der modernsten S-Bahn-Baureihe 481 versagten bei feinem Flugschnee ihren Dienst. Ausfälle gab es aber auch durch defekte Heizungen und festgefrorene Türen. Die S-Bahn hat inzwischen damit begonnen, ein besonders störanfälliges Bauteil bei den Antrieben zu ersetzen, dies soll aber bis zu fünf Jahre dauern.

Verschärft wird die Problematik durch die vielen Sicherheitsauflagen für die S-Bahn, die seit einem Radbruch im Vorjahr gelten. Die vielen zusätzlichen Werkstattaufenthalte sorgen dafür, dass noch immer nur knapp drei Viertel der benötigten Fahrzeuge überhaupt einsatzbereit sind.

Seit gestern lässt die S-Bahn aus Sicherheitsgründen bei ihren Zügen zudem die Besandungsanlagen, eine Art ABS für Schienenfahrzeuge, nicht mehr nur einmal pro Woche, sondern täglich kontrollieren. Wegen dieser Checks müssen Fahrgäste auf vier Linien auch unterwegs in Ersatzzüge umsteigen. Bereits am ersten Tag der Zusatzkontrollen war bei einem Triebwagen festgestellt worden, dass er mit zu wenig Bremssand unterwegs war.