Oberbürgermeisterwahl

Potsdamer entscheiden sich für Jakobs

Jann Jakobs (SPD) bleibt für weitere acht Jahre Oberbürgermeister in Potsdam.

Bei der Stichwahl entfielen gestern laut dem Kreiswahlleiter auf den Amtsinhaber 60,8 Prozent der Stimmen. Sein Herausforderer Hans-Jürgen Scharfenberg (Linke) erhielt 39,2 Prozent. Im ersten Wahldurchgang hatten beide Kandidaten wie auch fünf weitere Bewerber die notwendige absolute Mehrheit verfehlt. Nach ihrer Niederlage unterstützten CDU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen den Sozialdemokraten Jakobs.

Die Wahlbeteiligung war erneut mäßig: Sie lag bei 42,1 Prozent (2002: 40,4 Prozent). 127 000 Bürger waren in Brandenburgs Landeshauptstadt aufgerufen, das neue Stadtoberhaupt zu wählen.

"Ich finde, das ist ein deutliches Votum", sagte Jakobs am Abend. Die Potsdamer hätten keinen Wechsel gewollt und dafür votiert, die "erfolgreiche Politik der SPD" fortzusetzen. "Ich bin nicht schwer enttäuscht", sagte der unterlegene Scharfenberg in einer ersten Reaktion. Zugleich plädierte er für eine stärkere Zusammenarbeit von SPD und Linken. "Wir müssen das Verhältnis zwischen beiden Parteien überdenken." Er gehe davon aus, dass "nach der Wahl nichts mehr so sein wird wie davor". Die Stadt sei in einen linken Süden und einen sozialdemokratischen Norden gespalten. Oberbürgermeister Jakobs bemerkte zu dem Angebot allerdings, die vereinbarte Kooperation mit CDU, FDP und Bündnisgrünen gelte noch bis 2013.

Jakobs hatte bereits vor acht Jahren das gleiche Duell für sich entschieden - damals nur äußerst knapp mit 122 Stimmen Unterschied - ein Vorsprung von 0,2 Prozentpunkten. Er folgte auf Matthias Platzeck, der wiederum die Nachfolge von Manfred Stolpe als Ministerpräsident Brandenburgs antrat.