Anschlag

22 Tote bei Bomben-Terror gegen Christen in Ägypten

Ein Selbstmordattentäter hat sich in der Neujahrsnacht vor einer koptischen Kirche im ägyptischen Alexandria mit seinem Wagen in die Luft gesprengt und dabei 22 Gläubige mit in den Tod gerissen. Mindestens 79 weitere Menschen wurden nach offiziellen Angaben verletzt. Unter ihnen seien auch muslimische Passanten gewesen.

Der Mann zündete den Sprengsatz, als die Kirchgänger nach der Mitternachtsmesse aus der St. Markus- und Petri-Kirche im Stadtteil Sidi Bischr strömten. Insgesamt hatten rund 1000 Menschen an der Messe teilgenommen. Der Anschlag löste weltweit Entsetzen und Empörung aus.

Das ägyptische Innenministerium beschuldigte "ausländische Elemente", für die Bluttat verantwortlich zu sein, der Gouverneur von Alexandria, Adel Labib, gab dem Terrornetzwerk al-Qaida die Schuld. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Allerdings hatte eine al-Qaida nahestehende Gruppierung, die Ende Oktober in Bagdad zahlreiche Christen getötet hatte, mit weiteren Gewalttaten gegen koptische Christen insbesondere in Ägypten gedroht. Wütende Christen bewarfen nach dem Anschlag eine Moschee in der Nähe mit Steinen. Die Polizei trieb die Menge auseinander.

Der ägyptische Präsident Husni Mubarak rief alle Ägypter, ob Christen oder Muslime, auf, sich gemeinsam dem Terrorismus und allen zu widersetzen, die die Sicherheit und Einheit des Landes bedrohten. Auch die Herrscher und Präsidenten der anderen arabischen Länder äußerten Abscheu.

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) verurteilte den "Akt der Brutalität" auf das Schärfste. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, zeigte sich zutiefst erschüttert, ebenso der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider. Papst Benedikt XVI. forderte bei der Neujahrsmesse im Vatikan Regierungen weltweit dazu auf, Christen in ihren jeweiligen Ländern besser zu schützen.

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