Bildung

Schul-Tüv: Schlechte Noten für Berliner Lehrer

Die Qualität vieler Berliner Schulen lässt zu wünschen übrig. Das geht aus dem Schulinspektionsbericht 2006/07 hervor, den Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) heute vorstellen wird. Geprüft wurden 165 Schulen von der Grundschule bis zum Gymnasium. "Wir halten die Defizite für sehr bedenklich", sagt André Schindler, Vorsitzender des Landeselternausschusses.

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Laut Schindler haben die Schulinspektoren festgestellt, dass an etwa 70 Prozent der Schulen Binnendifferenzierung im Unterricht gar nicht oder nur ansatzweise stattfindet: Leistungsstarke wie auch leistungsschwache Schüler würden nicht entsprechend gefördert. An rund 80 Prozent der Schulen würden die Schüler zudem nicht zum selbstständigen Lernen angehalten. Moderne Unterrichtsmittel würden nur selten systematisch eingesetzt. "Die Schüler lernen nicht, wie man lernt", kritisiert Schindler.

Schließlich gehe aus dem Inspektionsbericht hervor, dass kooperatives Verhalten und die Möglichkeit für Schüler, eigene Lösungen zu entwickeln und darzulegen, im Schuljahr 2006/07 kaum Bestandteil des Unterrichts waren. Schindlers Fazit: Der Inspektionsbericht stellt den Berliner Schulen ein Armutszeugnis aus. Die Lehrer müssten dringend besser ausgebildet werden.

Der "Schul-Tüv" startete im Februar 2006. Seitdem prüfen Inspektorenteams aus Lehrern, Eltern und Vertretern der Schulaufsicht die betreffenden Schulen mehrere Tage lang.