Lehrer kritisieren Mathe-Prüfung: "Die Aufgaben waren schwieriger"

- Rund 28 000 Berliner Zehntklässler haben gestern ihre Mathematikprüfung für den mittleren Schulabschluss wiederholt. Der zentrale Test sei diesmal ordnungsgemäß verlaufen, sagte Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD). Mehrere Mathelehrer von Gymnasien und Realschulen kritisierten indes, dass die Aufgaben wesentlich schwieriger als bei der ersten Prüfung gewesen seien. Das beklagten auch viele Schüler. Zöllner wies die Vorwürfe zurück. Es sei der gleiche Standard wie bei der ersten Prüfung gewählt worden, betonte er.

Sascha Steuer, bildungspolitischer Sprecher der CDU, sprach zudem von Hinweisen aus Reinickendorf, Tempelhof und Neukölln, nach denen Schüler einige der Aufgaben erneut bereits am Vorabend per Mail erhalten haben sollen. Laut Kenneth Frisse, Sprecher von Bildungssenator Zöllner, wird die Verwaltung die Staatsanwaltschaft auffordern, mit Steuer Kontakt aufzunehmen, um dessen Informationen nachgehen zu können. "Uns ist daran gelegen, alles lückenlos aufzuklären", sagte Frisse. Beim zweiten Anlauf sei alles getan worden, um die Prüfung "wasserdicht" zu machen, hatte Zöllner zuvor gesagt. Man habe zum Beispiel die Druckerei und das Transportunternehmen gewechselt.

Kranke Schüler oder Schüler, die wegen einer Klassenreise die Wiederholungsprüfung nicht mitschreiben konnten, haben am 2. Juli Gelegenheit, den zentralen Test nachzuschreiben.

Die Wiederholung der Mathematikprüfung war von der Bildungsverwaltung angeordnet worden, weil bei der zentralen Prüfung am 11. Juni festgestellt worden war, dass Jugendliche von knapp 90 Schulen vorab in den Besitz der Aufgaben gekommen waren. Gegen diese Entscheidung hatten mehrere Tausend Schüler protestiert. Eilanträge von Eltern und Schülern waren vor Gerichten gescheitert.

Unabhängig davon laufen laut Bildungsverwaltung die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft weiter, um herauszufinden, wie es zum Bekanntwerden der Aufgaben kam. Seiten 2 und 14