Gerüchte über SPD-Putsch: Beck kämpft um sein Amt

- SPD-Chef Kurt Beck hat im parteiinternen Streit seinen Führungsanspruch bekräftigt und mehr Solidarität verlangt. Seinen Kritikern warf er Feigheit vor. "Ich werde nicht hinter den Baum gehen, weil es da bequemer ist, ich werde stehen." Auch wenn dies nicht immer vergnügungssteuerpflichtig sei, sagte Beck gestern auf dem Berliner Landesparteitag der SPD. Der "Spiegel" berichtete unterdessen von Putschgerüchten gegen Beck. Demnach berieten führende Vertreter des rechten Parteiflügels bereits intern über einen möglichen Wechsel. Im Gespräch sei, dass Außenminister und Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier zeitgleich mit der SPD-Kanzlerkandidatur auch den Parteivorsitz übernehme. SPD-Generalsekretär Hubertus Heil wies Berichte über Putschpläne zurück.

Steinmeier rief die Partei gestern auf dem Landesparteitag der niedersächsischen SPD zu mehr Geschlossenheit auf. Die Partei solle sich ein Beispiel an der Fußball-Nationalmannschaft nehmen: "Wenn es darauf ankommt, wird wieder gekämpft, und dann können auch Wunder passieren."

SPD-Fraktionschef Peter Struck forderte unterdessen eine stärkere Abgrenzung zur Linken und bezeichnete das jüngste Treffen von SPD-Politikern mit Parlamentariern der Linken als Kinderkram. "Wir werben nicht um die Linke. In der Bundespolitik betreiben wir eine klare Abgrenzung." Er warnte die SPD zudem davor, mit der Linkspartei über die Wahl von Gesine Schwan zur Bundespräsidentin zu sprechen.

Das Treffen am Montag war vom linken SPD-Strategiezirkel "Denkfabrik" organisiert worden. Dessen Geschäftsführerin Angela Marquardt war früher PDS-Mitglied. Marquardt kritisierte die Debatte.

Der Sprecher des konservativen Seeheimer Kreises in der SPD, Klaas Hübner, forderte ein Ende der Kontakte zwischen der SPD und der Linken. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) verteidigte dagegen die Kontakte. "Ich finde es nicht dramatisch, sich mit denen auseinanderzusetzen."