Empörung über Sarrazin: Senator gelobt Besserung

- Berlins Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) bedauert die umstrittene Äußerung zu seinem persönlichen Mindestlohn. Es sei nicht seine Absicht gewesen, der SPD zu schaden, ließ Sarrazin gestern über seine Sprecherin Kristina Tschenett mitteilen. Er wolle künftig bei seinen Äußerungen mehr Augenmaß und mehr Sensibilität für die Befindlichkeiten der Partei an den Tag legen. Vertreter der SPD-Linken fordern trotzdem weiter die Ablösung des Senators. Seine Bemerkung wird auch für Diskussionen auf dem morgen stattfindenden SPD-Landesparteitag sorgen. Der SPD-Bundestagsabgeordnete und Sprecher der Berliner Landesgruppe im Bundestag, Swen Schulz, sagte, das Bedauern gegenüber der Partei ändere nichts an den problematischen Äußerungen, weil es nicht um die Partei, sondern um die Bürger gehe.

Sarrazin hatte im Politikmagazin "Cicero" gesagt: "Für fünf Euro würde ich jederzeit arbeiten gehen. Das wären 40 Euro pro Tag." Später fügte er hinzu, gemeint sei ein Nettolohn. Fünf Euro netto entsprechen etwa sechs Euro brutto. Die Sozialdemokraten fordern einen Mindestlohn von 7,50 Euro pro Stunde.

Die umstrittenen Aussagen von Finanzsenator Thilo Sarrazin finden Sie unter: www.morgenpost.de/berlin