Energiekonzept

Atomkraftwerke sollen bis zu 15 Jahre länger laufen

Im Streit über längere Laufzeiten von Atomkraftwerken hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für eine Verlängerung von zehn bis 15 Jahren ausgesprochen.

Fachlich seien zehn bis 15 Jahre vernünftig, sagte Merkel gestern in der ARD. Zuvor hatte sich bereits Vizekanzler Guido Westerwelle (FDP) für einen "Korridor zwischen zehn und 15 Jahren" ausgesprochen. Grundlage für die Entscheidung über das künftige Energiekonzept ist ein Gutachten mehrerer Forschungsinstitute, das von Wirtschafts- und Umweltministerium in Auftrag gegeben worden war. Die Institute sollten vier verschiedene Szenarien der Energieversorgung durchrechnen: die Auswirkungen von Laufzeitverlängerungen um vier, zwölf, 20 und 28 Jahre. Nach bislang geltendem Recht muss der letzte der 17 deutschen Atommeiler um das Jahr 2022 herum abgeschaltet werden. Nach Angaben des Umweltministeriums ist noch nichts entschieden. Man werde noch ausführliche Gespräche führen müssen, hieß es am Wochenende.

Merkel sagte, der erste Überblick über die Szenarien zeige, dass die Kernenergie als Brückentechnologie wünschenswert sei, und zwar "sowohl was die Versorgungssicherheit, den Strompreis als auch das Erreichen der Klimaziele anbelangt".

Unterdessen plant Umweltminister Röttgen milliardenteure Sicherheitsauflagen. Im Fall einer Verlängerung um zwölf Jahre veranschlagt er die notwendigen Investitionen mit 20,3 Milliarden Euro, bei 20 Jahren mit 36,2 Milliarden und bei 28 Jahren mit 49,8 Milliarden Euro.