Mit dem Klimaschutz steigen die Mieten

Das vom Senat geplante Klimaschutzgesetz wird für Hunderttausende Hausbesitzer und Mieter teuer werden. Wie aus einem bisher unveröffentlichten Gutachten der Berliner Energieagentur hervorgeht, rechnen sich in vielen Bereichen die vorgeschriebenen regenerativen Energien nicht.

Bisher hatte der Senat immer betont, dass mit steigenden Energiepreisen der Einbau von Solaranlagen oder die Wärmeerzeugung durch Erdwärme auch wirtschaftlich ist. Stattdessen müssen die Berliner nun mit steigenden Mieten rechnen. Besonders belastet werden auch Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern. Das Gutachten liegt der Berliner Morgenpost exklusiv vor.

Durch das Klimaschutzgesetz will der Senat den Ausstoß von Kohlendioxid bis 2020 um 40 Prozent senken. Besitzer von Ein- oder Zweifamilienhäusern machen laut Gutachten beim Einbau einer Solaranlage in 20 Jahren insgesamt einen Verlust von 881 Euro. Wer auf Holzpellets setzt, verliert 1438 Euro. Eine Erdwärmepumpe würde sich dagegen nach 20 Jahren mit 353 Euro rentieren.

Noch problematischer wird die Wirtschaftlichkeit alternativer Energien, wenn für die Investition ein Bankkredit nötig ist. Wer auf Fremdkapital zurückgreifen muss, macht einen Verlust über 20 Jahre von mehr als 3000 Euro. Bei einem Mehrfamilienhaus liegen die Verluste zwischen 4000 Euro bei Solaranlagen und 30 000 Euro bei Wärmepumpen. Nur Holzpellets haben mit 18 361 Euro einen positiven wirtschaftlichen Effekt.

Das Gutachten berechnet auch die Auswirkungen auf die Mieten. Bei einer 65 Quadratmeter großen Wohnung müsste ein Mieter nach den Berechnungen der Energieagentur zwischen 3,65 Euro und fünf Euro pro Monat mehr zahlen. Allerdings ist fraglich, ob der Vermieter aufgrund des allgemeinen Wohnungsmarktes bis zu elf Prozent seiner Investitionen auf die Miete aufschlagen kann.

Während die Senatsumweltverwaltung die Mehrkosten als vertretbar bewertete, sagte Eckhart Beleites, Vizepräsident des Verbandes Deutscher Grundstücksnutzer: "Mit ihrem Klimaschutzgesetz will die Senatorin die Hauseigentümer zu Investitionen zwingen, die sich viele nicht leisten können. Investitionen in den Einsatz erneuerbarer Energien und auch die energetische Gebäudesanierung müssen aber in der freien Entscheidung der Gebäudeeigentümer liegen. Und sie müssen wirtschaftlich rentabel sein."