Grüne

Özdemir: "Die Grünen sind keine Volkspartei"

Trotz guter Umfrageergebnisse für die Grünen dämpft deren Vorsitzender Cem Özdemir die Erwartungen auf Wahlerfolge der Ökopartei. Neuesten Erhebungen zufolge können die Grünen in Berlin und bundesweit auf einen Stimmenanteil von über 20 Prozent hoffen.

"Ich bezeichne uns aber nicht als Volkspartei", sagt Özdemir im Interview mit der Berliner Morgenpost. Schließlich seien die Grünen in drei Landtagen noch gar nicht vertreten. "Vor allem müssen wir es erst einmal schaffen, jene, die sich eine Wahl der Grünen vorstellen könnten - nichts anderes zeigen ja Umfragen - tatsächlich zum Wählen der Grünen zu bewegen", sagte Özdemir.

Vor allem will sich der grüne Parteichef nicht einseitig auf die Sozialdemokraten festlegen. Zwar gebe es zu der Union in vielen Punkten Differenzen, "aber auch bei der SPD fallen mir ein paar Punkte ein, wo es nicht einfach ist. So begeistert sich die SPD in Baden-Württemberg genauso sehr wie die CDU für das Irrsinnsgroßprojekt Stuttgart 21, und bei der Atomenergie der SPD, den Kohlekraftwerken sind wir bekanntermaßen auch anderer Ansicht. Egal also, mit wem wir uns zusammenschließen, einfach ist es nie", sagte Özdemir

Am Sonntag entscheiden die Hamburger Grünen über eine Fortsetzung der schwarz-grünen Koalition. Das sei nur möglich, wenn es dafür eine klare Mehrheit auf der Mitgliederversammlung gebe, so Özdemir. Zugleich aber zeigte sich der grüne Bundesvorsitzende zufrieden über die Vorstellung des designierten Ersten Bürgermeisters Christoph Ahlhaus (CDU) bei der GAL. Er soll dem zurückgetretenen Ole von Beust nachfolgen.