Studie

Berlin ist Schlusslicht bei der Bildung

Schlechte Noten für Berlins Schulpolitik: Die Hauptstadt belegt im Vergleich der Bildungssysteme der Bundesländer den letzten Platz. Vor allem im Bereich Integration bestehe erheblicher Verbesserungsbedarf, teilte die arbeitgebernahe Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) gestern bei der Präsentation des Bildungsmonitors 2010 mit.

Auch bei der beruflichen Bildung ist Berlin Schlusslicht. Das schlechte Abschneiden in beiden Feldern bedeute, dass der Zusammenhang zwischen Bildung und sozialer Herkunft in Berlin am höchsten und dass die Zahl der verfügbaren betrieblichen Ausbildungsplätze im Vergleich zur Bevölkerung am niedrigsten ist.

Doch die Studie findet nicht nur Negatives in der Berliner Bildungspolitik: Im Bereich Förderinfrastruktur erreicht die Hauptstadt den dritten Platz unter den Bundesländern. Diese sei in der Hauptstadt sehr gut ausgebaut, hieß es. Der Anteil der Schüler an Ganztagsschulen gehört zu den höchsten in Deutschland.

Auch im Hochschulbereich kann sich Berlin sehen lassen: Bei den Promotions- und Habilitationsquoten belegt das Land den zweiten Platz, bei der Akademisierung den vierten. Die Studienberechtigungsquote liegt mit 34,7 Prozent deutlich über dem Bundesschnitt (28,7 Prozent).

In der groß angelegten Studie werden über 100 Indikatoren einbezogen, so etwa die Priorität von Bildungsausgaben im öffentlichen Haushalt, die Ganztagsinfrastruktur, die Ergebnisse von Schulleistungstests oder Schulabbrecherquoten. Die Daten beziehen sich meist auf das Jahr 2008. Kritiker monieren den wirtschaftlichen Fokus der Studie und halten den methodischen Aufbau der Untersuchung für fragwürdig.

Auf den Spitzenplätzen des Bildungsmonitors 2010 liegen Sachsen, Thüringen, Baden-Württemberg und Bayern.

Die Berliner CDU gibt den "fragwürdigen Reformen" von Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) die Schuld am schlechten Abschneiden Berlins. "Die zu schnell durchgedrückte Schulreform und das brachial eingeführte jahrgangsübergreifende Lernen sind nicht geeignet, die Berliner Schulen an die Spitze zu bringen", sagten der CDU-Landes- und Fraktionsvorsitzende Frank Henkel und der CDU-Bildungsexperte Sascha Steuer. Zudem sei es dem Senator nicht gelungen, gut ausgebildete und motivierte Lehrer zu gewinnen.

Brandenburg schneidet in den untersuchten Bereichen unterschiedlich ab: Es erreicht den zweiten Platz im Handlungsfeld Integration, den dritten Platz bei der Internationalisierung und den vierten Platz bei der Förderinfrastruktur. Erhebliches Verbesserungspotenzial besteht in der beruflichen Bildung (15. Platz) sowie bei der Forschungsorientierung der Hochschulen (Platz 16).