Umfragen

Höhenflug: Die Grünen stark wie nie

Die Grünen kommen als Sieger aus der politischen Sommerpause: Die Ökopartei erreicht in aktuellen Umfragen ein neues Rekordhoch von bundesweit 20 Prozent. Wenn jetzt Bundestagswahl wäre, hätten Grüne und SPD zusammen 47 Prozent der Stimmen und damit die absolute Mehrheit, wie die vom "Stern" veröffentlichte Umfrage besagt.

Union und FDP kommen dagegen gemeinsam nur noch auf 34 Prozent. 30 Prozent der Wähler würden sich für die Union entscheiden, das ist ein Prozentpunkt mehr als in der Woche zuvor. Die FDP dagegen müsste um den Einzug in den Bundestag bangen, sie fällt um einen Punkt auf vier Prozent. Ihren Höhenflug verdanken die Grünen den nun veröffentlichten Umfragen zufolge der Unzufriedenheit der Wähler mit den Regierungsparteien.

Der Bundestrend spiegelt sich auch in Berlin wider. Wenn am nächsten Sonntag Abgeordnetenhauswahlen wären, würden die Berliner laut einer Umfrage der Berliner "Abendschau" zu 23 Prozent grün wählen. CDU und SPD lägen mit je 25 Prozent gleichauf, die FDP müsste mit 5 Prozent um den Einzug ins Abgeordnetenhaus bangen und die Linke käme auf 17 Prozent. Angesichts der guten Werte für die Grünen wächst der Druck auf die grüne Bundestagsfraktionschefin Renate Künast, bei der Berlin-Wahl im September kommenden Jahres gegen den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) anzutreten. Grüne und SPD trennen in der Hauptstadt nur zwei Prozent.

Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) räumte unterdessen ein Imageproblem der schwarz-gelben Koalition ein. "Grund sind immer wieder die Auseinandersetzungen in zentralen Fragen in der Regierung", sagte er.

Aktuelle Umfragen von Forsa und Allensbach sehen einen Trend: Die Regierungskoalition verliert, die Oppositionsparteien gewinnen. Das Institut für Demoskopie Allensbach sieht die SPD derzeit sogar vor der Union. In der Augustumfrage für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" hatte das Institut für die SPD 32 Prozent ermittelt und nur 31 Prozent für die CDU/CSU.

Den Zulauf zu den Grünen begründete Forsa-Chef Manfred Güllner auch damit, dass sie als derzeit beste Oppositionspartei gelten: "Sie saugen unzufriedene Wähler an." Das grüne Stammwählerpotenzial liege dagegen weiter bei 8 Prozent.