Nahverkehr

Trotz S-Bahn-Krise mehr Fahrgäste als je zuvor

Trotz der Krise bei der Berliner S-Bahn haben im Vorjahr deutlich mehr Menschen die öffentlichen Verkehrsmittel in der Region genutzt. Insgesamt waren es laut dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) 1,26 Milliarden Fahrgäste, die von den Mitgliedsunternehmen befördert wurden.

Das sind rund 20 Millionen oder 1,6 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Laut VBB fahren täglich bis zu 3,45 Millionen Menschen mit den Bussen und Bahnen im Verbundgebiet.

Durch den Fahrgastrekord konnten die VBB-Unternehmen auch ihre Einnahmen aus dem Fahrscheinverkauf steigern, und zwar um 2,6 Prozent auf 1,023 Milliarden Euro. Dennoch werden die Ticketpreise zum 1. Januar 2011 um durchschnittlich 2,8 Prozent steigen. So wird sich der Preis für einen Einzelfahrschein in Berlin (Tarifbereich AB) von derzeit 2,10 Euro auf 2,30 Euro erhöhen, die Monatskarte verteuert sich um zwei Euro auf 74 Euro.

Die S-Bahn sei mit etwa 71 Prozent ihrer Fahrleistung noch immer weit von einem Normalbetrieb entfernt, kritisierte gestern VBB-Chef Hans-Werner Franz. Nach Bahn-Angaben fuhren gestern 408 Zwei-Wagen-Einheiten, vom Senat bestellt sind aber 562 Viertelzüge. Weil das volle Angebot weiterhin nicht erbracht wird, will der Senat in diesem Jahr voraussichtlich bis zu 50 Millionen Euro nicht an die S-Bahn auszahlen.