Konjunktur

Wirtschaft in Berlin wächst stärker als im übrigen Bundesgebiet

Die Wirtschaft in Berlin ist in den vergangenen fünf Jahren stärker gewachsen als im Rest des Landes. Von 2005 bis 2009 stieg die Wirtschaftsleistung im Schnitt jährlich um 1,7 Prozent, im übrigen Deutschland waren es 0,5 Prozent, wie eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) ergab.

Der Rückstand zu anderen deutschen Großstädten ist aber noch groß.

Nach einem zehn Jahre dauernden Schrumpfungsprozess habe Berlin "die Trendwende geschafft", sagte der Autor der DIW-Studie, Karl Brenke. Wachstumstreiber sei aber allein der Dienstleistungssektor gewesen. Vor allem Gesundheitswesen, Erziehung und Bildung hätten stark expandieren können - Bereiche, deren Einnahmen hauptsächlich von der öffentlichen Hand und den Sozialversicherungen abhängen.

Doch auch Unternehmensdienstleistungen hätten kräftig zulegen können, erklärte Brenke. Der Tourismus boome, doch trage das Gastgewerbe in Berlin nur drei Prozent zur Wirtschaftsleistung bei.

Mit dem Anstieg der Wirtschaftsleistung wuchs auch die Zahl der Beschäftigten: Sie vergrößerte sich vom zweiten Quartal 2005 bis zum ersten Quartal 2010 laut Studie um 140 000 - ein Zuwachs von neun Prozent, während die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland im gleichen Zeitraum insgesamt nur um 3,5 Prozent zunahm. Es entstanden vor allem sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze, doch auch die Zahl der Selbstständigen sei bis 2009 "rasant" gestiegen. Zugenommen hat in der Hauptstadt laut Studie vor allem die Zahl der Beschäftigten in Sozial- und Gesundheitsberufen, in der Gästebetreuung und die Zahl der Lehrer.