Wirtschaft

Rückkaufpläne des Senats würden Berlin Milliarden kosten

Die rot-rote Koalition in Berlin verschärft ihre politischen Bemühungen, die Kontrolle der Stadt über die sogenannte Daseinsvorsorge auszubauen.

Nach Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linke) hat sich nun auch SPD-Landeschef Michael Müller dafür ausgesprochen, die S-Bahn und die Netze für Strom und Fernwärme zu übernehmen und auch die Wasserbetriebe vollständig zu rekommunalisieren.

Um die Rückkaufpläne zu verwirklichen, müsste Berlin mehrere Milliarden Euro aufbringen, die sich aber nach der Hoffnung von SPD und Linken im Wesentlichen durch spätere Erlöse selbst refinanzieren. Die SPD will im November bei ihrem Landesparteitag über die Pläne zur sogenannten Rekommunalisierung entscheiden.

Zugleich belegt ein Vergleich von 100 deutschen Städten, den die Stadtwerke Potsdam in Auftrag gegeben haben, dass die Kosten für die Leistungen der Daseinsvorsorge in der Hauptstadt insgesamt moderat ausfallen. Rund 3200 Euro pro Jahr muss ein Vier-Personen-Haushalt für Strom, Gas, Müllabfuhr, Wasser und öffentlichen Nahverkehr ausgeben. Damit liegt Berlin im Mittelfeld, deutlich hinter den teuersten Städten wie Gera und Leipzig. Bei Zwei-Personen-Haushalten liegt Berlin im unteren Mittelfeld mit Ausgaben von rund 1300 Euro. Besonders günstig sind die Kosten für Strom und die Müllabfuhr. Vergleichsweise teuer sind die Preise für den öffentlichen Nahverkehr, wobei das Netz hier größer ist als anderswo. Die Belastung durch Wasser- und Abwasserkosten liegt für größere Haushalte im oberen Viertel der Städte, für kleinere im oberen Mittelfeld.