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Die Innenstadt wird vielen Berlinern zu teuer

Eine neue Statistik der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung liefert erstmals Belege für einen großen Bevölkerungsaustausch zwischen den Berliner Bezirken. Alteingesessene Berliner machen die Innenstadt frei für die vielen Zuzügler aus dem In- und Ausland und ziehen in die Außenbezirke.

Dabei kommen zwei Tendenzen zusammen. Erstens eine Wohlstandswanderung der Stadtmüden in die grünen Zonen am Stadtrand sowie der Versuch, aus sozial problematischen Kiezen herauszukommen. Zweitens ein Ausweichen der geringer Verdienenden vor dem Druck durch steigende Mieten und der Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen.

So ist etwa in Mitte jeder zehnte Bewohner innerhalb von vier Jahren aus dem Ausland oder anderen Bundesländern zugezogen. 15 000 Ur-Berliner haben den Bezirk gleichzeitig verlassen. In Friedrichshain-Kreuzberg beträgt der Verlust an Ur-Berliner Bevölkerung ebenfalls fast 12 000. Insgesamt erlebt Berlin seit Jahren, dass mehr neue Bürger kommen als alte gehen. 2008 standen 132 000 Zuzüge 117 000 Wegzügen gegenüber. Das ändert die Bevölkerungsstruktur: Die Hertie Berlin Studie belegt, dass die Zugezogenen im Durchschnitt deutlich besser ausgebildet sind und deshalb bessere Jobs bekommen als die Alteingesessenen.

Die Zahlen sind interpretationsbedürftig, doch Spandaus SPD-Kreisvorsitzender Raed Saleh wagt aufgrund seiner Alltagserfahrung die These: "Die armen Leute ziehen in die Reinickendorfer, Spandauer oder Marzahner Platte."