Mobilfunk

Netzbetreiber blockieren kostenlose Telefonate

Zwischen den Mobilfunknetzbetreibern und dem Handyhersteller Nokia bahnt sich Streit an. Sowohl die Telekom-Tochter T-Mobile als auch Vodafone weigern sich nach Informationen der Berliner Morgenpost, Nokia-Handys in ihr Angebot aufzunehmen, die mit dem kostenlosen Internet-Telefoniedienst Skype ausgestattet sind - offenbar, um sich das Telefongeschäft nicht kaputt machen zu lassen.

- Mit Skype ist es möglich, ohne zusätzliche Gebühren über das Internet zu telefonieren.

Damit ist ein Großteil des deutschen Marktes für die neuen Nokia-Telefone mit Skype-Funktion blockiert. Zusammen haben T-Mobile und Vodafone fast 80 Millionen Nutzer in Deutschland.

Nokia hatte erst kürzlich eine Kooperation mit Skype geschlossen und angekündigt, in Zukunft mehrere Handy-Modelle mit dem Dienst auszurüsten, darunter auch das Vorzeigeprodukt N97, das in einigen Wochen ausgeliefert werden und Apples iPhone Konkurrenz machen soll.

"Wir bieten diese Geräte unseren Kunden nicht an", sagte ein Vodafone-Manager der Morgenpost. "Wir lassen uns doch nicht das Geschäft kaputt machen", heißt es bei T-Mobile.

Ein Sprecher der Telekom-Tochter verwies außerdem darauf, dass das Mobilfunknetz für eine millionenfache Nutzung der sogenannten Internettelefonie (Voice over IP) nicht ausgelegt sei: "Netze verkraften das nicht, wenn so viele Kunden das nutzen möchten." Da die entsprechenden Handyprogramme rund um die Uhr über das Mobilfunknetz mit dem Internet verbunden seien, müsste das Netz kostspielig aufgerüstet werden. Die Mobilfunker reagieren zunehmend sensibel auf Dienste, die vom Handy aus Gespräche über das Internet ermöglichen - bislang ist das in Deutschland nur mit sogenannten Smartphones möglich. Aus Angst vor einbrechenden Umsätzen haben die deutschen Netzbetreiber in ihren Vertragsbedingungen die Nutzung von Internettelefonie verboten - Verstöße bislang allerdings geduldet. Nun will Vodafone in einigen Wochen Tarife vorstellen, die die neuen Dienste erlauben. Solche Gedankenspiele soll es auch bei T-Mobile geben.

Nachdem Skype seine Programmversion für das iPhone Ende März veröffentlicht hatte, drohte ein T-Mobile-Sprecher an, dass der Konzern die Funktion blockieren wolle, was zu einer harschen Reaktion von Skype führte. Es gebe "keine technische Rechtfertigung für die willkürliche Blockade von Skype". Im offiziellen Blog der Firma bezeichnete Skype-Manager Robert Miller das Vorgehen als "unfaire Praxis". Seite 6