Betrug und Untreue

Spendenbetrug: Chef der Frauennothilfe verhaftet

Nach den skandalösen Vorgängen um die Berliner Treberhilfe gibt es jetzt offenbar einen handfesten Spendenskandal beim Frauennothilfeverein Hatun & Can. Vereinsvorsitzender Udo D. ist gestern verhaftet worden.

Vorwurf: Betrug und Untreue. Der 40-jährige Vereinschef, der unter dem Pseudonym Andreas Becker auftrat, soll Spenden nicht satzungsgemäß, sondern überwiegend für private Zwecke verwendet haben. So sollen nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft ein 60 000 Euro teurer BMW, Schmuck, Elektrogeräte, eine teure Uhr, eine Reise für zwei Personen nach Madrid und eine private Wohnungsrenovierung aus den Spenden finanziert worden sein. In die Schlagzeilen geriet der Verein, der nach dem Mord an Hatun Sürücü verfolgten Mädchen und Frauen helfen und beschützen sollte, durch eine Anzeige von Alice Schwarzer. Die Verlegerin hatte dem Verein vor zwei Jahren 3000 Euro privat und im September 2009 eine halbe Million Euro Gewinn gespendet, die sie in der RTL-Show "Wer wird Millionär?" erspielte. Später kamen ihr Zweifel über den Verbleib des Geldes. Die Gründerin der Zeitschrift "Emma" zeigte sich gestern "sehr erleichtert" über die Festnahme. Der Mann scheine "ein ganz besonders zynischer Betrüger" zu sein, schreibt Schwarzer in ihrem Internet-Blog.