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Leichtathletik-WM: Berlin droht ein Millionen-Minus

Die Leichathletik-Weltmeisterschaften im August dieses Jahres in Berlin stehen möglicherweise vor erheblichen finanziellen Problemen. Bisher wurden etwa 185 000 Eintrittskarten verkauft. 500 000 Tickets müssen die Initiatoren aber veräußern, um die eingeplanten 15 Millionen Euro an Karteneinnahmen zu sichern.

- Mit einer großen Werbekampagne soll nun der Verkauf verbessert werden. "Entscheidend wird nun das erste Quartal sein. Bis Ostern müssen wir Power machen. Denn wir wollen alle, dass die Leichathletik-WM ein Erfolg wird", sagte der Präsident des Landessportbundes, Peter Hanisch, der auch dem Berliner Organisationskomitee angehört.

Auch bei einer anderen Einnahmequelle gibt es offenbar Probleme. Bisher konnten die Organisatoren mit der Deutschen Post lediglich einen nationalen Sponsor präsentieren. Geplant waren fünf. Über Sponsoren sollen mehrere Millionen Euro eingespielt werden. Von den Kosten von 45 Millionen Euro übernimmt Berlin 20 Millionen. 15 Millionen Euro sollen über den Kartenverkauf erzielt werden. Den Rest sollen Sponsoren erbringen. Ob die Summe erreicht werden kann, ist vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise fraglich. Trotzdem gibt sich Michael Mronz, der mit seiner Agentur verantwortlich für Promotion und Ticketing ist, optimistisch. Er sagte gestern, dass man kurz davor stehe, weitere Verträge mit Sponsoren zu unterschreiben.

Der sportpolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Andreas Statzkowski, warnte unterdessen davor, dass Berlin am Ende für zusätzliche Defizite aufkommen müsse. Am 20. Februar will sich der Sportausschuss des Abgeordnetenhauses mit den bisherigen Planungen beschäftigen. "Dann geht es auch darum, wie die Finanzen aussehen", sagte der Politiker.

Mit einer Kampagne, einer "Roadshow", soll in 66 deutschen Städten nun für die Leichtathletik-WM geworben werden. Dafür hat Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) einen Brief an alle Bürgermeisterkollegen geschrieben und um ihre Unterstützung gebeten. Am Freitag schaltet sich auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ein und gibt ein Sponsorenessen im Kanzleramt. Die Deutsche Post hat angekündigt, mit Sonderbriefmarken für die Weltmeisterschaften in der deutschen Hauptstadt zu werben. Seite 11