Weltwirtschaftsforum

Merkel wirbt in Davos für Modell Deutschland

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich für die weltweite Einführung der in Deutschland entwickelten sozialen Marktwirtschaft ausgesprochen. Diese könne nach Überwindung der Krise zu international verbindlichen Regeln führen, die dann ein Weltwirtschaftsrat kontrollieren, sagte Merkel beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Die Vereinten Nationen hätten dafür die "größte Legitimation".

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Merkel überraschte mit ihrer Initiative die 2500 Teilnehmer des World Economic Forum, das in diesem Jahr ganz im Zeichen der Krise stand. In der kommenden Woche will die Kanzlerin Vertreter der internationalen Organisationen OECD, Weltbank, Internationaler Währungsfonds, Internationale Arbeitsorganisation und Welthandelsorganisation zu einem Meinungsaustausch einladen. Ziel sei es, über Grundprinzipien für eine Wirtschaftscharta zu sprechen, in der es auch um Themen wie Klimaschutz und Armutsbekämpfung gehen müsse. Im Februar werde sie zudem in Berlin die Vertreter der europäischen G-20-Mitglieder begrüßen, um über gemeinsame Leitlinien für eine neue globale Finanzarchitektur zu sprechen. Die Kanzlerin warb in ihrer 20-minütigen Rede für einen "dritten Weg". Diesen Weg brauche man "im Unterschied zu einem ungezügelten Kapitalismus, aber eben auch in völliger Abgrenzung zu den sozialistischen Staatswirtschaftsexperimenten". Seite 3