Von Estland bis Zypern: Berlin freut sich auf das neue Europa

Berlin - Haben wir wirklich begriffen, was morgen geschieht? Seit Monaten sprechen wir von der "EU-Erweiterung", und oft hörte es sich an, als ginge es bloß um einen weiteren Termin im politischen Alltagsgeschäft. Was für ein Missverständnis! Wir erleben die Vollendung eines der bedeutendsten und vor allem eines der schönsten Kapitel der europäischen Geschichte. Wenn die Europäische Union zehn neue Mitglieder bekommt, dann bedeutet das nicht nur 75 Millionen Menschen mehr in unserer Mitte, nicht nur eine Vergrößerung unserer Staatengemeinschaft um fast ein Viertel ihrer Fläche. Es bedeutet vor allem dies eine und Wichtigste: dass wir die Teilung Europas überwinden, endlich, endgültig. Das Kuriose an dieser Erfolgsgeschichte ist die Zurückhaltung, bestenfalls der Gleichmut, mit dem wir Deutsche das neue Europa begrüßen. Vorurteile und Ängste bestimmen unsere Gespräche. Meistens geht es nur um Gefahren, die das neue Europa bringen. Die Mehrheit der Berliner allerdings begrüßt das neue Europa, sie sind europa-freundlicher als von vielen Skeptikern befürchtet. In einer Emnid-Umfrage für die Berliner Morgenpost sprechen sich 68 Prozent aller Berliner für die nach Osten und Südosten vergrößerte EU aus. Sie wissen, dass Europa - trotz aller Risiken - durch die Erweiterung stärker, schöner, facettenreicher wird. Wie sehr, beschreiben wir in dieser Ausgabe, die ganz im Zeichen Europas steht. Freuen wir uns auf den 1. Mai. Es ist ein Feier-Tag.