Berlins Grünflächen verwahrlosen

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Corinna Schlag

Berlin - Berlins Grünanlagen sind in Gefahr. In vielen Parks zeigen sich Verfall und Verwahrlosung bereits deutlich, warnen Experten. "Jahr für Jahr kommen neue Freiflächen hinzu. Der Stadt fehlt aber schon jetzt das Geld, die vorhandenen Grünanlagen zu pflegen", sagt Landschaftsplaner und Hochschuldozent Klaus Neumann.

Während der errechnete Finanzbedarf für alle Grünflächen von 80 Millionen Euro 1994 auf 82, 4 Millionen Euro im Jahr 2003 kletterte, stand den Bezirken im vergangenen Jahr nicht einmal ein Viertel des benötigten Geldes zur Verfügung. 20,1 Millionen Euro gaben die zwölf Bezirke für neue Pflanzen, Reparaturen und Pflegearbeiten aus. Auch am Personal fehlt es: 5067 Arbeitskräfte wären nötig, um alle Arbeiten in öffentlichen Grünanlagen zu leisten. Tatsächlich gibt es dafür nur 3574 Planstellen.

Die Politik hat das Problem inzwischen zwar erkannt, Abhilfe ist aber nicht in Sicht: "Trotz nicht unerheblicher Flächenzuwächse in den letzten Jahren steht den bezirklichen Gartenämtern ein immer geringer werdender finanzieller Ansatz zur Pflege der öffentlichen Grünflächen zur Verfügung" bekannte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung kürzlich.

Neue Ideen zur Finanzierung gepflegter Gartenanlagen sind notwendig, stoßen aber teilweise auf heftige öffentliche Kritik. Als der Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, Hartmut Dorgerloh, kürzlich vorschlug, Eintrittsgeld für den Charlottenburger Schlosspark zu verlangen, waren Bezirkspolitiker und auch viele Berliner empört.

Fachleute fordern aber auch, dass die Berliner umdenken. Die Stadt könnte viel Geld sparen, wenn der Vandalismus in Parks abnähme und die Bürger mehr Eigeninitiative für das Grün in ihrem Umfeld aufbrächten.

Deshalb starten die Berliner Morgenpost und der Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin heute eine große Serie mit Fotowettbewerb rund um Berlins Grün. Sie zeigt die schönsten und die hässlichsten Parks und Gärten, erläutert, wie andere Großstädte die Grünpflege meistern und nennt Vorschläge der Berliner.