Urteil

Empörung über Freilassung von Ex-RAF-Terrorist Christian Klar

Der ehemalige RAF-Terrorist Christian Klar kommt nach mehr als 26 Jahren Gefängnis frei. Der 56-Jährige soll zum 3. Januar 2009 auf Bewährung aus der Haft entlassen werden, wie das Oberlandesgericht Stuttgart gestern erklärte.

- Der Zweite Strafsenat sehe "keine Anhaltspunkte für eine fortgesetzte Gefährdung" durch Klar, sagte eine Gerichtssprecherin.

Dass sich Klar nie von seinen früheren Gewalttaten distanziert und nichts zur Aufklärung der Straftaten beigetragen hat, sieht das Oberlandesgericht zwar "als schwere Belastung für die Opfer und ihre Angehörigen". Juristisch sei dies aber nicht relevant.

Politiker und Angehörige von RAF-Opfern kritisierten die Entscheidung. Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg, reagierte mit "tiefer Bitternis". Jürgen Vietor, der einstige Kopilot der entführten "Landshut", gab aus Protest gegen Klars Entlassung sein Bundesverdienstkreuz zurück.

Am Berliner Ensemble geht man davon aus, dass Klar nach seiner Haftentlassung ein bereits mit Intendant Claus Peymann verabredetes Praktikum dort antritt. Ein Sprecher des Theaters sagte, dass ein solcher Platz frei gehalten werde. Der Berliner CDU-Parteichef Frank Henkel kritisierte Peymann gestern. "Das Berliner Ensemble ist keine Besserungsanstalt für reuelose RAF-Terroristen", sagte er der Morgenpost. Seite 3