Gewalt

Humboldt-Uni: Staatsschutz ermittelt nach Krawallen

Nach den gewaltsamen Schülerprotesten an der Humboldt-Universität ermittelt jetzt der polizeiliche Staatsschutz. Am Mittwoch waren während einer Demonstration für bessere Bildungsbedingungen etwa 1000 Teilnehmer in das Hauptgebäude der Universität eingedrungen.

- Dabei wurden unter anderem Schautafeln der Ausstellung "Verraten und Verkauft. Jüdische Unternehmen in Berlin 1933-1945" zerstört.

Die Polizei schließt nicht aus, dass die Verwüstungen antisemitisch motiviert waren. Peter-Michael Haeberer, Chef des Landeskriminalamtes, glaubt nicht, dass die Demonstranten ihre Zerstörungen wahllos angerichtet haben: "Wer jetzt versucht, diesen Zwischenfall als allgemeinen Vandalismus zu deklarieren, bedient sich einer billigen Ausrede."

Der Präsident der Humboldt-Universität, Christoph Markschies, sieht in der Zerstörung einen "im Kern antisemitischen" Akt. Universitätsmitarbeiter hätten berichtet, dass Randalierer antiisraelische Parolen riefen. Die Hochschule werde aber nicht zulassen, dass sich Menschen in diesem Land wieder vor der Gewalt anderer Menschen fürchten müssten, hieß es gestern in einer Erklärung. Den entstandenen Sachschaden beziffert die Universität auf mehr als 35 000 Euro.

Die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Lala Süsskind, sagte, nach ihren Informationen seien antisemitische Äußerungen gefallen. Sollte sich das bestätigen, müssten die Jugendlichen "so hart wie möglich bestraft" werden.

Die Organisatoren der Demonstration distanzierten sich von den Krawallen. Niklas Wuchenauer, Berliner Sprecher der Initiative "Bildungsblockaden einreißen" bedauerte, dass durch die Taten Einzelner die friedliche Demonstration von mehreren Tausend Schülern diskreditiert worden sei. Die Besetzung der Universität sei nicht geplant gewesen. Die Veranstalter hätten angeboten, beim Wiederaufbau der Ausstellung zu helfen. Seite 12