Der Streit um die schmucke Kanzlertreppe

Hendrik Werner

Berlin - Von Gerhard Schröder ist nicht überliefert, dass er auf seiner als Hintergrund für staatstragende Gruppenbilder dienenden Showtreppe im Kanzleramt schon einmal gestolpert wäre. Dafür bringt die schmucke Naturstein-Rundtreppe jetzt die Bundesbaugesellschaft Berlin ins Straucheln. Sie muss sich des Vorwurfs erwehren, ein fränkisches Unternehmen um seinen Lohn geprellt zu haben.

Das am Bau des Palazzo Prozzo beteiligte Unternehmen Steinindustrie Vetter blieb auf einer Rechnung in Höhe von 1,9 Millionen Euro für die Außenfassade und besagte Rundtreppe sitzen. Obwohl die zwischenzeitlich insolvente Firma nach Überführung in ein neues Unternehmen die Arbeiten abschloss, wurde noch kein Cent der Forderungen beglichen.

«Die finden alle möglichen Ausreden, um die Zahlung auf die lange Bank zu schieben», sagt ein Mitglied des Gläubigerausschusses. Beteuerungen der Baugesellschaft, man habe sogar «versucht, der Firma unter die Arme zu greifen», seien falsch. Jetzt erwägt der Ausschuss eine Klage. «Wir sind eine strukturschwache Region. Die Verschleppung ist den Menschen hier nicht zu vermitteln.» Von Treppenwitzen halten die bodenständigen Franken anscheinend nichts.