Schulbesuch in Zeiten des Wahlkampfes

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BM Potsdam - Nichts, aber auch gar nichts sollte beim Besuch von Bundeskanzler Gerhard Schröder gestern in Potsdam davon ablenken, dass er die Bildung als wichtiges Wahlkampfthema inszenieren wollte. Selbst sein Freund und Spezialist für die neuen Länder, Potsdams Oberbürgermeister Matthias Platzeck, kam nicht zum gewohnten Mittagessen mit dem Kanzler - geschweige denn auf ein Foto. Das hätte sonst neue Spekulationen über die Zukunft des ewigen Stolpe-Kronprinzen gegeben. Und von der Schröderschen Inszenierung weggelenkt. Stattdessen: Schröder in Potsdam mit Schülerinnen der Voltaire-Gesamtschule. Einer Ganztagsschule, über deren Funktion der Kanzler unterrichtet werden wollte. Das Versprechen, nach einem Wahlsieg eine Million Euro pro Jahr für Ganztagsschulen auszugeben, krönte die Visite. Die Pisa-Studie wirkt nach. Aus ihren Resultaten versucht Schröder Lehren zu ziehen, von denen die ganze Republik und mit ihr erst mal die SPD Gewinn ziehen soll. Der Besuch in Brandenburg verlief nicht ganz störungsfrei. Später, in der Stadt Brandenburg, sah sich der Kanzler Studenten der Fachhochschule gegenüber, die T-Shirts mit dem Aufdruck «Stoppt Schröder» trugen. Der Vorwurf: Schröder habe den Osten zwar zur Chefsache erklärt, die Chefsache dann aber in der Ablage verschwinden lassen.