Altersvorsorge

Studie: Rente lohnt weniger als Aktien an der Börse

Die gesetzliche Rentenversicherung wirft nach einer Studie des bankenfinanzierten Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) immer weniger Rendite ab.

- Habe ein "Standardrentner" des Geburtsjahrganges 1950 im Jahr 1970 noch eine reale Beitragsrendite von mehr als fünf Prozent erwarten können, seien es heute nur noch knapp zwei Prozent, erläuterte Autor Adrian Ottnad gestern in Berlin bei der Präsentation der Studie. Unter realistischen Annahmen gehe die Tendenz gar gegen Null, lautet die zugespitzte These.

Sein Kollege Reinhold Schnabel von der Universität Duisburg-Essen hob außerdem hervor, das Renditerisiko der gesetzlichen Rentenversicherung sei in den vergangenen 30 Jahren höher gewesen als am Kapitalmarkt. Bei einem Anlagehorizont von 30 Jahren habe die niedrigste reale Rendite eines reinen Dax-Portfolios 3,5 Prozent betragen, die mittlere sieben Prozent, Spitzenwerte hätten bei zehn Prozent gelegen. Eine Mischung mit kapitalgedeckten Anlagen senke das Risiko und erhöhe die Alterseinkommen.

Das Deutsche Institut für Altersvorsorge gehört zum Verbund der Deutschen-Bank-Gruppe, arbeitet nach eigenen Angaben aber vollkommen unabhängig.

In einer Stellungnahme verteidigte die Deutsche Rentenversicherung (DRV) die staatliche Versicherung. Rentner bekämen auch künftig mehr Geld ausgezahlt, als sie an Beiträgen eingezahlt hätten. Den Angaben der DRV zufolge ergeben sich auch für die jüngeren Jahrgänge noch "deutlich positive Renditen" von 2,8 bis 3,3 Prozent. Gemessen an der Rendite, zeige sich eine weitgehende Gleichbehandlung der heute 30- bis 50-jährigen Beitragszahler. Seiten 2 und 8