Bewegte Installationen

Zuerst ist es nur ein Wandrelief aus Drähten und Farbröllchen, die sich zum abstrakten Muster fügen. Doch dann geht man durch den Raum im Art Center Berlin, und wie von Geisterhand beginnt eine - nun ja, Melodie ist vielleicht etwas übertrieben. Die Tonfolgen reichen vom Brummen bis zum Zirpen und melodiösen Klängen.

Es braucht ein bißchen, bis man merkt, daß der eigene Körper als Impuls für Peter Vogels "Rhythmic Sound II" dient; vielmehr der Schatten, dessen Bewegung der sechs Meter langen Installation immer neue Melodien entlockt. Ähnliches geschieht links von der Arbeit des Klangkünstlers, wo Peggy Sylopp einen silbernen Trichter aufgebaut hat, in dessen Zentrum sich farbgewaltige Muster generieren. Die Basis liefert auch hier der Besucher, der mit einer Minikamera gefilmt und dessen Bild in tausend Details "zerlegt" wird.

"Experience Art" heißt die Ausstellung. Wobei der Untertitel klarer macht, worum es geht: um die "Faszination von Kunst + Technik". Es geht um (multi-)mediale Kunst, die den Zuschauer durch Licht, Töne und bewegte Bilder anspricht oder ihn integriert, indem die Objekte durch ihn in Bewegung geraten. Man darf pusten, staunen vor den sirrenden Strukturen der Videoinstallation von Tim Coe und klatschen, etwa vor den "Killer Mosquitos" von Nicolas Anatol Baginsky, die zu fliegen beginnen.

Nicht alles auf den drei Etagen überzeugt - so bleibt die Wirkung einer roten, luftgefüllten Stoffskulptur, die Eleni Papaioannous für ein Kloster geplant hatte, in dem Neubau ohne Bezug. Dafür versöhnen andere Arbeiten, deren Wirkung sich in der Interaktion offenbart.

Art Center Berlin, Friedrichstr. 134, Mitte, Tel.: 27 87 90 20. Bis 30.12., tgl. 11-21 Uhr. Eintritt: 9,50, erm. 7 Euro, Kinder ab 6 Jahre: 4,50 Euro

Christiane Meixner