Sebastian Krämers Nacht-Gedanken

Krämer bei Nacht. Das sind Schlaflieder zum Wachbleiben und Gute-Nacht-Geschichten mit ausgeprägtem Heimsuchungs-Potenzial.

Krämer bei Nacht. Das sind Schlaflieder zum Wachbleiben und Gute-Nacht-Geschichten mit ausgeprägtem Heimsuchungs-Potenzial. Schließlich ist er nicht irgendein Krämer, sondern Sebastian Krämer, deutschsprachiger Poetry-Slam-Champion und Klavier-Kabarettist mit feinem Humor.

"Wie die Stones, nur eben mit Musik", sagt Krämer gern, wenn er seine Arbeit beschreibt. Er befasst sich mit der Verzichtbarkeit von Jongleuren, dem Schleuderwaschgang bei Hamstern oder mit Blumenkübeln und Lyrik. Sein aktuelles Soloprogramm widmet sich der dunklen Tageszeit. Bei Nacht ist Krämer noch krämiger, süffiger, schwermütiger. Aber dabei bedingungslos heiter.

Nacht, so stellt der vielfach ausgezeichnete Gründer des "Fördervereins für Genie und Wahnsinn" und künstlerische Leiter des Zebrano-Theaters fest, ist keine Frage der Uhrzeit. Und um sich um den Schlaf zu bringen, muss man nicht wie Heinrich Heine erst an Deutschland denken.

"Krämer bei Nacht" ist eine musikalisch-literarische Geisterbahnfahrt, in der es um DJs geht, die nur Bruckner spielen, um ermordete Autogrammjäger und von bösen Stimmen verfolgte Busfahrer. Also um den ganz alltäglichen Wahnsinn.

Zebrano-Theater:

Sonntagstr. 8, Friedrichshain, Tel.: 29 04 94 11. Bis 24. Mai, jeweils 20.30 Uhr, 11-14 Euro, erm. 7 Euro

sb