Das Techno-Rechenzentrum

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Foto: Sven Lambert

Vor einem Jahr schloss der bekannte House-Club Sage überraschend seine Pforten. Die drei Macher Jan "Jack" Schröder, Sascha Disselkamp und Nico Hesslenberg waren clubmüde und vermieteten ihre Location nach mehr als zehn Jahren an den Fetisch-Club KitKat.

Vor einem Jahr schloss der bekannte House-Club Sage überraschend seine Pforten. Die drei Macher Jan "Jack" Schröder, Sascha Disselkamp und Nico Hesslenberg waren clubmüde und vermieteten ihre Location nach mehr als zehn Jahren an den Fetisch-Club KitKat. Nur den Donnerstag mit der legendären Rockparty betreiben sie noch in den Räumen. Doch ganz vom Nachtleben konnte das Trio dennoch nicht lassen. Daher starten die langhaarigen Rockfans am 19. April einen Techno-Club in Treptow-Köpenick. Morgenpost-Reporterin Tina Molin sprach mit Jan Schröder über Techno, Herausforderungen und Campen.

Berliner Morgenpost: Wie kommt denn der neue Club zu dem Namen "Rechenzentrum"?

Jan Schröder: Die Location war früher das Rechenzentrum des Rundfunkgebäudes der DDR. Das Gebäude ist sehr stylisch, weil blau verglast und hat eine spezielle Schallisolierung, so dass für beste Akustik gesorgt sein wird.

Das Sage stand für viele Musikstile. Wieso wird die neue Location ein reiner Techno-Club?

Techno passt am besten zu dem minimalistischen Ambiente des Gebäudes. Das unterstützten wir noch mit den Dingen, die wir hier finden. Eine Elektroanlage, alte Sessel, Bürotüren oder Telefone mit Wählscheibe werden in das Club-Design integriert.

Der Techno-Underground hat das schicke Sage immer belächelt. Habt ihr mit Eurem Techno-Club Angst vor Gegenwind aus der Szene?

Ehrlich gesagt, nein. Wir hatten im Sage Club bis vor Kurzem eine Techno-Party auf dem Sonntag, die anerkannt und etabliert war. Daran wollen wir anknüpfen.

Wie sieht die Verbindung zwischen dem Sage und dem neuen Rechenzentrum aus?

Gar nichts. Weder vom Gefühl, noch vom Look. Rechenzentrum hat ein minimalistisches Design und ist rough, das ist nichts für das schicke, stylische House-Publikum des alten Sage.

Das klingt nach einem rigorosen Cut. Sollte man nicht eher versuchen vom Erreichten zu profitieren?

Nach zehn Jahren an einem Platz muss man auch mal einen Schlussstrich ziehen können. Wir wollten einen Ortswechsel und damit eine neue persönliche Herausforderung für uns.

Wo liegt für Euch die Herausforderung bei einem neuen Club?

Der Club befindet sich auf einem Areal, das wir "Funkpark" nennen und wo bis Mai noch ein Restaurant, eine Openair-Fläche mit Bühne, Beachvolleyball, Campingplatz und eine Beachbar an der Spree entstehen. Das ist wie ein Festivalgelände am Wasser und die wahre Herausforderung.

Wie sieht die ideale Nacht zwischen Club und Beachbar aus?

Man kann sich nach dem Feiern in den Liegestuhl legen. Falls man den Weg nach Hause gar nicht mehr schafft, mietet man einfach eines der 40 Zelte mit Schlafsack und Isomatte zum Übernachten.