Party-Nächte - von billig bis nobel

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Wer zu viel Geld beim Shopping ausgegeben hat und nun den neuen Kroko-Gürtel auch abends enger schnallen will, muss nicht zwangsläufig zum Couch-Potatoe werden.

Wer zu viel Geld beim Shopping ausgegeben hat und nun den neuen Kroko-Gürtel auch abends enger schnallen will, muss nicht zwangsläufig zum Couch-Potatoe werden. Es gibt zahlreiche coole Klubs, bei denen der Partyabend kein Loch in den Geldbeutel reißt. Wer aber im Lotto gewonnen hat und es mal so richtig krachen lassen möchte, für den gibt's ebenfalls genug Lokalitäten, wo man das Geld in großen Scheinen loswerden kann.

Unter der Woche ist das Rosi's in Friedrichshain ein absoluter Tipp für schmales Geld. Im abgerockten Klub laufen Drum 'n' Bass, Reggae und Electro. Am Donnerstag kostet der Eintritt nur drei Euro, und bei zwei Euro pro Bier geht einiges die Kehle runter, ohne dass das Portemonnaie wesentlich leichter wird. Indie-Fans kommen im Magnet voll auf ihre kleine Rechnung. Am Dienstag kostet der Eintritt zwei Euro, man tanzt auf zwei Floors zu Indie-Rock, Punk und Metall, das Bier kostet ebenfalls nur faire zwei Euro.

Am Wochenende steht für preisbewusste Ausgehwütige das Matrix hoch im Kurs, denn am Freitag zahlt man sechs Euro Eintritt und bekommt Getränkegutscheine in derselben Höhe. Wie geil Geiz sein kann, ist im neuen Szeneviertel Neukölln zu erleben. In Kneipen wie Ä oder Freies Neukölln kostet das Bier gerade mal zwei Euro - und wird gerne auch in der Halbliter-Flasche gereicht.

Wer im Westen Berlins den Schmalhans machen möchte, der ist im Reich & Schön gut aufgehoben. Der Klub im ehemaligen "90 Grad" hat mit der Preispolitik des Vorgängers nix gemein, und so kostet ein halber Liter Wodka 35 Euro, und auch den Champagner kann man in Strömen fließen lassen, bei 45 Euro pro Flasche.

Wer die schwarze Amex zum Glühen bringen und etwa das Erbe der Großtante sinnlos verprassen will, für den hat Berlin ebenfalls einiges in petto. Am besten stimmt man sich auf den Abend im angesagten Restaurant Grill Royal ein. Das Filet vom Atterochsen reift drei Wochen an der Luft, bevor es auf den Teller kommt, und ist mit 65 Euro fast ein Schnäppchen. Zu dem Festmahl gehört natürlich der richtige Wein: Ein Mouton Rothschild 1982 für 2250 Euro sollte es schon sein. Hoffentlich sieht man danach Promis wie Goldie Hawn oder Penélope Cruz am Nachbartisch nicht gleich doppelt.

Später können Big Spender im Felix die Kilo abtanzen und einen Tisch in der Dom Pérignon Lounge reservieren. Der Mindestumsatz beträgt hier 330 Euro, dafür gibt's etwa eine Flasche Dom Pérignon und Belvedere Wodka - die Softdrinks zum Mixen sind umsonst. Für das richtige Luxusgefühl sollte man eine Zigarre genießen, etwa die Cohiba Lanceros für 23 Euro. Einziger Wermutstropfen: Das gute Stück muss man draußen rauchen.

Und wer's richtig krachen lassen will, der schart seine Freunde um sich und bestellt die Sechs-Liter-Champagnerflasche Dom Pérignon für 15 000 Euro. Aber bitte schön nicht das Prost auf die Erbtante vergessen!

Tina Molin