Der abenteuerliche Partyspaß

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Bislang kämpfte das jährliche Musikfestival "Club Transmediale" mit dem Vorurteil, kopflastig und akademisch zu sein.

Bislang kämpfte das jährliche Musikfestival "Club Transmediale" mit dem Vorurteil, kopflastig und akademisch zu sein. Das diesjährige Programm zeigt nun: Es geht auch anders. An den Wochenenden steht das Tanzvergnügen mit hochkarätigen Acts wie Mouse on Mars im Vordergrund. Unter der Woche darf es dann ruhig etwas experimenteller sein unter dem Motto "Unpredictable". Tina Molin sprach mit Oliver Baurhenn, einem der drei künstlerischen Leiter, über Club-Feeling, Zufall und wie das Gebäude der Maria zum Schwingen gebracht werden soll.

Berliner Morgenpost: Club Transmediale (CTM) widmet sich "abenteuerlicher Musik". Was darf man darunter verstehen?

Oliver Baurhenn: In erster Linie soll das Festival ein Club-Feeling von früher erzeugen. In den 90ern waren Clubs wie ein zweites Zuhause, man erlebte tolle neue Musik, tanzte und traf seine Freunde zum Quatschen.

Wo ist dabei das "Abenteuer"?

Die Festivalgäste kennen viele Acts wahrscheinlich nicht. Dennoch sollten sie uns vertrauen, denn das Programm garantiert eine sehr hohe Qualität und präsentiert Künstler, die zum einen Lust auf Tanzen machen und wo man zum anderen noch etwas lernt. Unser Motto dieses Jahr heißt ja "Unpredictable" ("Unvorhersehbar") und das verspricht viel Abenteuer.

Wie kommt das Unvorhersehbare in die Party?

Beim Opening tritt etwa das Künstler-Kollektiv !Wowow! auf. 45 Musiker, Performer und Künstler haben von uns eine "Carte Blanche" bekommen und dürfen machen, was sie wollen. Was uns erwartet, weiß ich daher auch noch nicht, nur dass es ein sinnliches Party-Happening werden wird.

Welche Highlights gibt es noch?

Natürlich gibt es wieder Pioniere zum Anfassen. Allen voran Pierre Henry. Der 80-jährige Franzose ist der Vater von "Sampling", Begründer von Musique Concrète und spielt ein Konzert. Conrad Schnitzler ist der Krautrock-Guru, hat Bands wie Kraftwerk oder Tangerine Dream beeinflusst und gibt ein Kassetten-Konzert.

Und wenn man es gerne etwas abenteuerlicher hätte?

Bei "Tuned Spaces" wird der Frage nachgegangen, wie Architektur Sounds beeinflusst. Der Künstler Mark Bain wird mit subsonischen Tönen das Gebäude der Maria zum Vibrieren bringen und den Club zum Instrument machen. Sein Kollege Dallas Simpson nimmt Geräusche rund um die Maria auf, denen die Gäste dann über Köpfhörer lauschen können.

Auf welches Event freuen Sie sich besonders?

Bei "Cosmos" bespielt Murcof mit sphärischen Klängen audio-visuell das Zeiss Planetarium.

Wo sind Gäste, die einfach nur feiern wollen, am besten aufgehoben?

Vor allem am Wochenende dreht sich alles ums Tanzen. Etwa am 2. Februar, wenn Mouse on Mars und Joakim vom renommierten französischen Label Ed Banger aufspielen. Und auf dem anderen Floor gibt's dann schon mal die vorzeitige Birthday-Party für unser Jubiläum nächstes Jahr mit Konfetti-Kanone, bunten Hütchen und den Musikern Curses!, Donna Summer, Mr. Ouzo u.v.m.

CTM, 25. 1. - 2. 2., Eintritt: 5 - 20 Euro, www.clubtransmediale.de