Fußball

Deutsche Junioren haben Titeltraum noch nicht aufgegeben

Dunkle Wolken, Sturm, Nieselregen: Am Tag nach dem Stotterstart in die EM passte sich das Wetter in Prag der Gemütslage rund um die deutschen U21-Junioren an.

Nicht mehr viel war zu sehen vom Sonnenschein der vergangenen Woche. Für einen Lichtblick sorgte nur Horst Hrubesch. Der 64-Jährige traf im Training zweimal in Folge aus 25 Metern in den Winkel und ließ sich feiern.

Solche Schüsse hätte das deutsche Team am Vorabend beim 1:1 gegen Serbien gut gebrauchen können. „Wir hatten am Anfang Schwierigkeiten, waren viel mit uns selbst beschäftigt“, sagte Marc-André ter Stegen über die schwache erste Halbzeit. In der Rolle des Favoriten sieht der Torhüter die deutsche Mannschaft aber weiterhin: „Bis jetzt gibt es keinen Grund zurückzurudern. Dass uns nichts geschenkt wird, war uns vorher klar.“ Ähnlich sieht es Hrubesch. Seine Botschaft: Der Titeltraum lebt weiter. „Ich habe in der zweiten Halbzeit den Eindruck gewonnen, dass die Mannschaft im Turnier angekommen ist“, sagte er.

Ter Stegen als einziger Gewinner

Das Glas sei daher weder halb leer noch halb voll. „Bei mir ist das Glas jetzt ganz voll“, sagte der Trainer. Immerhin zeigte der Turnierfavorit nach der Pause eine Steigerung. Am Sonnabend (20.45 Uhr, ZDF) gegen Dänemark muss aber mehr kommen, soll der Traum vom Titel nicht schnell platzen. Einziger Gewinner war ter Stegen. Der Champions-League-Gewinner des FC Barcelona setzte sich gegen seinen Widersacher Bernd Leno durch und bewahrte sein Team mit tollen Paraden vor größerem Schaden. Warum es allerdings so unsicher begonnen hatte, wusste auch ter Stegen nicht. Hrubesch wollte nicht ausschließen, dass der viele Vorschusslorbeer einen Anteil an dem nervösen Start hatte. „Es mag sein, dass das bei dem einen oder anderen so gewesen ist“, sagte der DFB-Trainer.