Wimbledon

Lisicki auf Rasen: Asse-Weltrekord und Einzug ins Viertelfinale

Kaum geht es in die kurze Tennis-Saison auf Gras, blüht Sabine Lisicki auf.

2013 zog die Berlinerin in Wimbledon ins Finale ein und wurde vom britischen Boulevard ob ihrer krachenden Aufschläge ehrfurchtsvoll „Bum Bum Bine“ getauft. Und jetzt, zwei Jahre später, hat sie es nach zuletzt wechselhaften Leistungen auf der Tour erneut in die sportlichen Schlagzeilen geschafft. Wenige Tage vor dem Saison-Höhepunkt im Südwesten Londons schlug Lisicki am Mittwochabend bei ihrem Achtelfinal-Einzug gegen die Schweizerin Belinda Bencic – Nummer 31 der Branchenwertung und kein Kanonenfutter – sage und schreibe 27 Asse. Auf Rasen in Birmingham, wo sie 2011 den Titel holte.

Flugs recherchierten die Statistikfreunde der Frauen-Organisation WTA in ihren Archiven: Nie zuvor hat eine Spielerin in einem Match mehr Asse geschlagen. Die bisherige Bestmarke hielt die Amerikanerin Serena Williams, ihr glückten vor drei Jahren im Wimbledon-Halbfinale gegen die Weißrussin Victoria Asarenka 24 direkte Punkte bei eigenem Aufschlag.

„Es ist schön, eine weitere Bestmarke aufgestellt zu haben“, sagte Lisicki nach ihrem 6:1, 7:6 (7:4)-Erfolg. Am Donnerstag begnügte sie sich bei ihrem 7:6 (9:7), 6:4-Sieg im Achtelfinale gegen Magdalena Rybarikova aus der Slowakei mit acht Assen. „Natürlich ist der Aufschlag auf Gras eine gute Waffe. Und ich liebe es, auf Gras zu spielen“, sagte die 25-Jährige nach dem Sieg gegen Bencic und strahlte beim Interview mit ihrem schönsten Sabine-Lisicki-Lächeln.

Auch Angelique Kerber steht in Birmingham im Viertelfinale. Die Kielerin setzte sich gegen die frühere Weltranglistenerste Jelena Jankovic aus Serbien mit 6:4, 6:2 durch.