Basketball

Beginn eines goldenen Zeitalters

Golden State Warriors gewinnen den ersten NBA-Titel seit 40 Jahren

Zehn Sekunden vor dem Ende kapitulierte LeBron James. Beim Stand von 97:104 im sechsten NBA-Finale verließ der Superstar der Cleveland Cavaliers das Parkett der Quicken Loans Arena. Nicht ohne zuvor Golden States Ausnahmespieler Stephen Curry und Warriors-Coach Steve Kerr zum NBA-Titel zu gratulieren. Die Kalifornier setzten sich mit 105:97 durch und machten damit ihre erste Meisterschaft in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga seit 40 Jahren perfekt.

„Die Trophäe in den Händen zu halten, ist etwas Spezielles“, sagte Curry. Das Duell der Superstars gegen den Riesen James entschied er vor allem deshalb für sich, weil er mehr Unterstützung von seinen Teamkollegen bekam. James war bei den Cavs nach den Ausfällen von Kevin Love und Kyrie Irving auf sich allein gestellt, Golden State überzeugte wie schon die gesamte Saison über auch in der „Best of seven“-Serie des Finales (4:2) als Mannschaft.

James muss seinen großen Traum vom Titelgewinn in seinem Heimatstaat Ohio mindestens um ein Jahr verschieben. „Wir hatten einfach nicht so viel Talent wie sie“, fasste er die Serie zusammen. Er kam auf 32 Punkte und 18 Rebounds. Doch die Bill Russell Trophäe des MVP bekam Andre Iguodala, der gegen James hervorragende Defensivarbeit geleistet hatte und beim entscheidenden Sieg mit Curry die meisten Punkte erzielte (25).

Der 49-jährige Kerr holte sich nach fünf Meisterschaften als Spieler mit den Chicago Bulls und den San Antonio Spurs nun die erste als Trainer. Sein Team gewann im Laufe der Saison 83 Spiele – die drittmeisten in der NBA-Geschichte. Nur die Chicago Bulls (1995/96 und 1996/97) waren erfolgreicher. Auf der Homepage der NBA ging der Blick nach vorn. „Das Goldene Zeitalter beginnt“, hieß es dort. Die Leistungsträger Curry, 27, und Klay Thompson, 25, kommen erst in ihre besten Jahre. Die Chancen sind gut, dass sie in Oakland keine 40 Jahre bis zum nächsten NBA-Titel warten müssen.