Volleyball

Überlebenskampf des Köpenicker Hallensprechers

Volleyball-Frauenteam braucht bis Monatsende Geld für Lizenz

Etwas neidisch schauen die Anhänger des Köpenicker SC in diesen Tagen nach Potsdam. Während der Lokalrivale bereits fleißig an seinem Kader für die neue Saison in der Volleyball-Bundesliga bastelt und zuletzt unter anderem die aus Berlin stammende Nationalspielerin Saskia Hippe als Zugang präsentieren konnte, wissen die KSC-Fans noch nicht einmal, ob ihr Verein auch in der kommenden Saison weiter erstklassig spielt. Sportlich ohnehin abgestiegen, ist auch der Verbleib in der Bundesliga über eine Wildcard nach wie vor nicht sicher.

Zwar hat die Volleyball-Bundesliga den Köpenickerinnen vorerst eine Lizenz für die Saison 2015/16 erteilt. Doch bis Ende Juni muss der Klub 80 Prozent der geplanten Sponsoreneinnahmen nachweisen, die restlichen 20 dann bis Ende August; hinzu kommen weitere Auflagen. „Es ist absolut realistisch, dass wir das schaffen“, glaubt Teammanager Martin Simon. Er betont: „Niemand von uns würde so viel Zeit investieren, wenn wir nicht wüssten, dass es funktionieren kann.“ Falls es mit der Erstligalizenz nicht klappt, würde das ehemalige Zweitligateam des TSV Rudow, das sich erst vor wenigen Wochen dem Köpenicker SC angeschlossen hatte, unverhofft zum Aushängeschild des Vereins.

Trainer noch ohne Spielerinnen

Bereits in der vergangenen Saison stand der KSC finanziell auf wackligen Beinen. Es taten sich Lücken im Etat auf, die der frühere Manager Sven Dröger auf „eine Summe im unteren sechsstelligen Bereich“ bezifferte – bei einem Gesamtetat von geschätzt 450.000 Euro ein gewaltiger Betrag. Die Folge: Der Lizenzierungsausschuss der Volleyball-Bundesliga zog Köpenick nachträglich sechs Punkte ab, weil es der Klub nicht geschafft hatte, die nötige Wirtschaftlichkeit bis zum Saisonende lückenlos nachzuweisen. Die Vereinsführung trat zurück, die bisherige Spielbetriebsgesellschaft wurde durch eine neue ersetzt, zu der auch Martin Simon gehört. Vergangene Saison war er noch als Hallensprecher tätig – jetzt trägt er die Verantwortung für die Zukunft.

Gefragt ist nun vor allem sein Verkaufstalent. Simon muss Sponsoren davon überzeugen beim Köpenicker SC einzusteigen, ohne ihnen garantieren zu können, dass der Klub in der Bundesliga bleibt. „Wir hätten uns gewünscht, dass die Aussage der Liga, dass der weitere Verbleib im Oberhaus möglich ist, etwas früher gekommen wäre“, sagt er. Die zweite Herausforderung wird sein, mit den begrenzten Mitteln einen erstligatauglichen Kader zusammenzustellen. Derzeit hat der KSC mit Björn Matthes zwar einen Trainer – aber kein Team. Simon spekuliert aber darauf, dass einige Spielerinnen aus dem Team der vergangenen Saison dem Klub die Treue halten. „Bei anderen Vereinen unterschrieben hat jedenfalls noch niemand“, sagt er.