Schandfleck

Kroatien sorgt für Hakenkreuzskandal beim Geisterspiel

Der Verband fürchtet nun sogar einen Ausschluss von der EM

Wegen rassistischer Angriffe zahlreicher Unverbesserlicher im Spiel gegen Norwegen (5:1) im März wurde Kroatien in der EM-Qualifikation mit einem Spiel ohne Zuschauer verurteilt. Nun, nach dem 1:1 gegen Italien in Split, fürchtet der kroatische Verband HNS härtere Sanktionen bis hin zum Ausschluss von der Europameisterschaft 2016 in Frankreich – wegen eines auf dem Rasen eingebrannten, mehrere Meter großen Hakenkreuzes.

„Das ist eine Schande, nicht nur für den kroatischen Fußball, sondern für unser ganzes Land. Wir entschuldigen uns bei allen TV-Zuschauern, unseren Gästen aus Italien und den Spielern beider Mannschaften für das Nazi-Symbol auf dem Rasen“, teilte der HNS auf seiner Internetseite mit. Verbandspräsident Davor Suker war wütend und kündigte Konsequenzen an. „Wir haben Probleme mit unseren Fans. Sie respektieren keine Regeln. Wir werden darüber reden. Bin ich sauer? Oh ja, das bin ich!“, sagte der ehemalige Weltklassestürmer.

Von der Europäischen Fußball-Union (Uefa), vom HNS angeblich „umgehend eingeschaltet“, war bis Sonnabendmittag keine Reaktion zu erhalten. In der Berichterstattung aus Split auf der Uefa-Homepage wurde der Vorfall mit keinem Wort erwähnt. Der italienische Verband FIGC wird höchstwahrscheinlich auf Ermittlungen bestehen. „Es handelt sich um eine schandhafte Geste, wir werden beim kroatischen Verband protestieren“, sagte FIGC-Präsident Carlo Tavecchio noch am späten Freitagabend.

Mit Chemikalien präpariert

Stadionmitarbeiter hatten in der Halbzeit versucht, das Hakenkreuz zu entfernen – vergeblich. Dennoch wurde nicht abgebrochen. 24 bis 48 Stunden vor dem Anpfiff sei der Rasen mit Chemikalien präpariert worden, teilte der HNS mit. „Wir waren in der Früh auf dem Rasen, und es war nichts zu sehen. Das haben wir den Verantwortlichen auch gesagt“, erklärte HNS-Generalsekretär Damir Vabanovic. Er bot sogar den Rücktritt der Verbandsspitze an. „Falls sich unsere Probleme lösen, wenn wir zurücktreten, dann werden wir das tun.“ Kroatiens Staatspräsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic hat den Skandal beim Geisterspiel gegen Italien verurteilt. Kroatien habe die besten und treusten Fans, aber auch ein „sehr ernstes Problem mit Hooligans, die nicht nur den kroatischen Fußball, sondern auch den kroatischen Staat verunglimpfen“, teilte Grabar-Kitarovic mit. Die Präsidentin bedauerte den „unermesslichen Schaden für die Reputation unserer Bürger und unseres Landes in der Welt“.