Fußball

Frauen-WM: US-Star nennt Kunstrasen einen Albtraum

Vor dem zweiten WM-Spiel gegen Norwegen bummelten viele der deutschen Fußballerinnen durch die Läden im Rideau Centre gleich gegenüber des Hotels, um den Kopf vor dem Duell um den Gruppensieg am Donnerstag (22 Uhr, ARD) frei zu bekommen.

„In so einem Turnier ist es wichtig, dass man sich erholt und regeneriert“, sagte Sara Däbritz. Die talentierte U20-Weltmeisterin kennt die Auswirkungen eines Kunstrasen-Turniers nur zu gut, triumphierte die Mittelfeldspielerin doch im Vorjahr mit dem DFB-Nachwuchs in Kanada.

Auch bei den anderen WM-Teams drehen sich die Diskussionen meist um den Belag. Beim WM-Eröffnungsspiel in Edmonton war gemessen worden, dass sich der Kunstrasen bei 23 Grad Celsius Außentemperatur auf 49 Grad erhitzte. Das Ergebnis: Tippt der Ball auf den Rasen, bildet sich stets eine Wolke aus Granulat. Spielerinnen berichten von Verbrennungen und Wunden. Zudem sei die Belastung für Bänder und Knochen erheblich größer. „Das ist ein Albtraum“, sagte US-Stürmerin Abby Wambach nach dem 3:1-Auftaktsieg über Australien: „Auf diesem Belag zu spielen, das verändert alles. Der Ball springt anders, und du überlegst dir, ob du wirklich in ein Tackling gehen oder grätschen sollst, weil du dir dann blutige Knie holst oder dir die Hüfte aufschürfst.“ Ihrer Teamkollegin Carli Lloyd sagte wegen des ständig drohenden „Turfburn“ nach nur einem Spiel: „Hoffentlich wird nie wieder eine WM auf Kunstrasen gespielt.“

( BM )