Kartenverkauf

Ab heute gibt es Tickets für die EM in Frankreich

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Dank Uefa-Chef Platini kosten 250.000 davon nur 25 Euro

In genau einem Jahr, also am 10. Juni 2016, wird erstmals eine Fußball-Europameisterschaft mit 24 Mannschaften ausgetragen, im Pariser Stade de France wird das Turnier traditionsgemäß mit einem Spiel des Gastgebers Frankreich eröffnet. Der Gegner steht, da sich die 54 europäischen Verbände noch voll in der Qualifikation befinden, aber nicht fest. Der wird bei der Gruppenauslosung am 12. Dezember in Paris gefunden. Dennoch startet am heutigen Mittwoch bereits der Ticketverkauf für die Mammut-EM mit 51 Spielen an 32 Tagen. Zur Erinnerung: Bei der ersten EM 1960 waren lediglich vier Teams angetreten.

Von den etwa 2,5 Millionen Eintrittskarten stehen heute im Internet auf euro2016.tickets.uefa.com zunächst etwa eine Million Tickets zur Verfügung. Nach der Gruppenauslosung am 12. Dezember kommen dann weitere 800.000 hinzu. Die Preise liegen zwischen 25 und 895 Euro. Zum Vergleich: Bei der EM 2012 kosteten die Karten zwischen 30 und 600 Euro. Dass eine vierte, günstige Preiskategorie eingeführt wurde, ist auch ein Verdienst von Uefa-Präsident Michel Platini, 59. Für 250.000 Fans werden die Karten bei 43 der 51 Spiele zum niedrigsten Preis angeboten. Nur rund sechs Prozent der Tickets sind VIPs vorbehalten. Das Endspielticket für Otto Normalverbraucher kostet in der besten Kategorie 895 Euro. Das ist billiger als beim Finale der Rugby-WM 2015 (987 Euro) oder zur Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 2016 in Rio (1384 Euro).

Uefa zahlt erstmals Stadionmiete

Nicht nur die Fans, auch das Ausrichterland profitiert von einer Neuerung. „Die Uefa ist für die Finanzierung der von ihr veranstalteten Großereignisse verantwortlich“, betonte Platini. Die Kosten seien für die Gastgeber zuletzt aber zu teuer geworden. Während der EM 2016 werde der Dachverband daher alle genutzten Stadien mieten. Zuvor waren die Arenen der Uefa stets kostenlos zur Verfügung gestellt worden. „Ich habe verlangt, dass das geändert wird“, unterstrich Platini. Das ändere aber nichts an der Zielsetzung, natürlich muss die Uefa mit einer EM Profit machen, um sich zu finanzieren. „Die Gewinne kommen schließlich den 54 Mitgliedsverbänden und ihrem jeweiligen Amateurfußball zugute“, erklärte Platini. Das sei aber kein Grund, „um die Gastgeber bluten zu lassen“.

Von EM-Vorfreude ist in Frankreich ein Jahr zuvor trotzdem wenig zu spüren. Der letzte EM-Triumph mit Zinedine Zidane und Co. liegt bereits 15 Jahre zurück, und ausgerechnet im Stade de France verlor Frankreich am Sonntag 3:4 gegen Belgien. Auch jenseits des Rasens gibt es atmosphärische Störungen. Noël Le Graët, Präsident des französischen Verbandes FFF, votierte zuletzt bei der Wiederwahl des Fifa-Präsidenten Joseph Blatter für den Intimfeind seines Landsmanns Platini. Nach Blatters Rücktrittsankündigung sieht nicht nur die Zeitung „Libération“ deswegen nun Klärungsbedarf.

( BM )