Torhüter

Ter Stegen erlebt sein persönliches Sommermärchen

Für Barcelonas Triplesieger geht es gleich weiter zur U21-EM

Die Zeit zum Feiern ließ sich Marc-Andre ter Stegen nicht nehmen. Auch wenn das nächste Großereignis auf den Torwart des FC Barcelona schon wartet. Am Sonntag berief ihn DFB-Trainer Horst Hrubesch in das Aufgebot für die U21-Europameisterschaft in Tschechien (17.-30. Juni). Keine Überraschung, wer will schon freiwillig auf einen Champions-League-Sieger verzichten?

Der 23-jährige Schlussmann erlebt in seiner ersten Saison beim Triplesieger sein ganz persönliches Sommermärchen. „Ich glaube, das bleibt für die Ewigkeit“, sagte ter Stegen nach dem Sieg gegen Turin, locker, aber nicht überschwänglich, beinahe schon viel zu routiniert für jemanden, der im vergangenen Sommer von Mönchengladbach auszog, um Europas Fußballwelt in Staunen zu versetzen.

So routiniert, wie sich der Blondschopf auch auf dem Spielfeld gibt. Ter Stegen personifiziert den Prototypen des mitspielenden Torhüters, war auch im Finale von Berlin stets auf der Höhe, wenn Barca den Ball hintenrum rotieren ließ. Oder wenn Carlos Tevez, Paul Pogba und Co. zum Torschuss ansetzten. Lob gab es von seinem Gegenüber, Juventus-Torhüter Gianluigi Buffon, der ihn nach dem Abpfiff mit einer Umarmung beglückwünschte. Sein Mitspieler Gerard Pique sagte über ihn: „Seine Einstellung erlaubt es ihm, so zu spielen, als ob es ein Freundschaftsspiel wäre.“

Beim Gegentreffer durch Alvaro Morata war er machtlos. Dennoch „ärgert einen ein Gegentor immer“, sagte ter Stegen. Dass er in der Szene zuvor den Treffer mit einer Glanztat gegen Tevez schon verhindert hatte, erwähnte er nicht.

Es ist als Zeichen seines Selbstvertrauens zu werten. Ebenso wie die Tatsache, dass er sich in Barcelonas Weltauswahl im Grunde immer noch einfügt. Obwohl er nur im nationalen Pokal und in der Königsklasse eingesetzt wurde und dort die Titel auf dem Platz gewonnen hat, stellt ter Stegen keine Ansprüche, auch in der Meisterschaft zwischen den Pfosten zu stehen. Dort ist Claudio Bravo die Nummer 1. „Wenn ich dazu jetzt etwas sage, heißt es doch gleich wieder, der hat sie doch nicht alle“, sagte ter Stegen. Als Triplesieger fühle er sich aber allemal: „Auch wenn ich nicht in der Liga gespielt habe, glaube ich, dass ich dazugehöre.“