Fußball

Klopp kämpft mit den Tränen: „Mein schwerster Moment“

Endspiel-Pleite wirft Schatten auf Abschiedsfeier des Trainers

Inmitten der schwarz-gelben Tristesse ergriff Jürgen Klopp gegen 2 Uhr am Sonntagmorgen das Mikrofon. „Das ist hier und heute mein schwerster Moment“, sagte der scheidende Trainer von Borussia Dortmund mit Tränen in den Augen in einer bewegenden letzten Rede vor den mehreren Hundert geladenen Gästen im Berliner Kraftwerk. Zum Feiern war kaum jemand zumute. „Ich kann nicht beschreiben, was mir derzeit durch den Kopf geht“, sagte der 47-Jährige mit dem wachsenden Bewusstsein um den endgültigen Abschied nach sieben prägenden Jahren beim BVB: „Jemand hat mir gesagt: Sich mit einem Pokalsieg zu verabschieden, wäre auch zu kitschig geworden. Das sei American Style.“

Jürgen Klopp suchte nach den richtigen Worten. Als er seine Jungs „einen nach dem anderen“ nach dem 1:3 (1:3) gegen den VfL Wolfsburg in den Arm genommen habe, berichtete der Coach, „das war Abschied, das war hart. Denn es fällt mir schwer loszulassen“, erklärte Klopp, „der Abschiedsschmerz kommt langsam, und das tut extrem weh.“

Der BVB hatte soeben unter Klopp das dritte Endspiel in den vergangenen drei Jahren, einmal in der Champions League, zweimal um den DFB-Pokal, verloren. Nichts war’s mit dem Abschiedsgeschenk der Profis für ihren Coach, der sie seit seinem Amtsantritt 2008 zu zwei Meisterschaften (2011, 2012) und zumindest einem Pokal-Triumph (2012) geführt hatte. Das 319. und letzte Pflichtspiel auf der Bank des BVB war jedoch ein Abbild der meisten Auftritte seiner Mannschaft in der abgelaufenen Saison, die Klopp schließlich zu der Erkenntnis brachte, nicht mehr der richtige Trainer für diese Mannschaft zu sein. Zumindest habe er die Messlatte nicht zu hoch gelegt, hätte jedoch seinen Jungs und seinem Nachfolger Thomas Tuchel gern mit einem Endspielsieg die Qualifikationsrunden für die Europa League erspart, sagte Klopp.

Immerhin, auf der Party im Kraftwerk ließen sich Klopp und Sebastian Kehl, der seine Laufbahn im Olympiastadion beendet hatte, reichlich beschenken, der scheidende Coach unter anderem mit drei Dauerkarten für seine Familie. Er sei dem BVB so dankbar, nehme so viel an Erfahrungen und Emotionen mit, egal wohin in der Welt sein Weg ihn führen werde. „Wichtig ist ohnehin nicht, was gedacht wird, wenn man kommt, sondern extrem wichtig ist, was gedacht wird, wenn man geht“, sagte Klopp und rief den frustrierten Gästen abschließend zu: „Wir sehen uns wieder!“