Tennis

Lisicki verpasst Achtelfinale der French Open

Auch Kerber und Beck scheitern in Paris in der dritten Runde

Als Angelique Kerber fluchtartig Platz 3 der Stadionanlage Roland Garros verließ, da war es auch das traurige Abschlussbild eines verkorksten Pariser Freitags – und der Tiefpunkt einer Niederlagenserie für deutsche Tennis-Fräuleins. Eskortiert von Bodyguards die ernüchterte Kerber mit gesenktem Kopf durchs Menschengewimmel der Internationalen Französischen Meisterschaften herüber in die Spielerlounge, um einen Traum ärmer, den Traum von einem Pokalcoup beim Grand Slam auf Sand.

Sie verlor 6:4, 2:6, 2:6 gegen die Spanierin Garbine Muguruza. Mit ihrer Enttäuschung stand die Kielerin nicht allein unterm Eiffelturm: Vor der Turnier-Mitfavoritin waren schon Sabine Lisicki und Talent Annika Beck gescheitert. Lisicki verlor 4:6, 6:7 gegen die Tschechin Lucie Safarova, Beck unterlag der Ukrainerin Elina Svetolina mit 3:6, 6:2 und 4:6. Alle deutschen Hoffnungen ruhten nach dem „schwarzen Freitag“ auf Andrea Petkovic und Julia Görges. Petkovic muss heute gegen die italienische Sandplatzwühlerin Sara Errani antreten, Görges gegen die Bulgarin Sesil Karantantcheva.

Lisicki zeigte gegen die unbequeme Tschechin Safarova die beste Vorstellung einer weithin frustrierenden, wenig erbaulichen Sandplatzsaison, doch für ein Aufrücken unter die letzten Sechzehn bei den French Open reichte es nicht für die Nummer 19 der Weltrangliste. Noch ehe sich die 25-jährige Berlinerin auf die trickreiche Linkshänderin eingestellt hatte, war der erste Satz schon fast verloren. „Ich habe in diesem Jahr noch kein Match gegen eine Linkshänderin gespielt, da braucht man immer eine gewisse Anlaufzeit“, sagte Lisicki, verblüffte dann allerdings auch mit dem Eingeständnis, „heute keine linkshändige Spielerin zum Einschlagen mehr gefunden zu haben.“

Lisickis Steigerungslauf im Match wurde am Ende nicht mehr belohnt, traurig musste die Fed-Cup-Spielerin zusehen, wie zwei Satzbälle im zweiten Durchgang grandios von Safarova abgewehrt wurden – einer bei 5:3-Führung und einer bei 5:4-Vorsprung der Deutschen. „Das war total unglücklich, da kann ich mir auch nichts vorwerfen“, sagte Lisicki und befand, nicht sehr überraschend, „dass dies die besten Tage auf Sand waren, die ich in dieser Saison hatte.“ Lisicki hatte bei ihren bisherigen Rutschpartien in der Asche nur zwei Matches gewonnen.