Basketball

Zu Hause ist es doch am schönsten

Alba setzt nach der Niederlage in München auf den Heimvorteil

Nach der Landung in Tegel ging die Reise für den Tross von Alba Berlin sofort weiter Richtung Innenstadt, zur Sporthalle Schützenstraße in Mitte, wo Sasa Obradovic seine Mannschaft gleich zum Training bat. Um die 73:85-Niederlage bei Bayern München aus den Knochen zu schütteln, die Enttäuschung zu verdrängen und sich vorzubereiten auf das dritte Halbfinale am Sonntag (16 Uhr) in der O2 World. „Es spricht nichts dagegen, dass wir Sonntag gewinnen“, gab Sportdirektor Mithat Demirel die Devise aus.

Verloren ist ja bisher nicht mehr als ein Spiel. Nach dem 81:55-Sieg Albas in der ersten Partie haben nun beide Teams ihren Heimvorteil genutzt, das kommt nicht wirklich überraschend. Die Berliner hätten nichts dagegen, wenn es genauso weiterginge. In der Serie nach dem Modus „Best of five“ hätten sie in einem möglichen fünften Spiel die eigenen Fans im Rücken. „Für diesen Vorteil haben wir die ganze Saison gekämpft“, sagte Demirel.

Ähnlich argumentierte Mannschaftskapitän Alex King. Er erinnerte an die Finalserie des vergangenen Jahres, „da war das ein enormer Vorteil für die Bayern. Jetzt haben wir ihn“. Zumal die Resultate dieser Saison den Berlinern Mut machen. Viermal trafen sie bisher in der Halle am Ostbahnhof auf die Bayern, im Champions Cup, im deutschen Pokal, um Bundesligapunkte und im ersten Play-off-Spiel. Viermal verließ Alba als Sieger das Parkett.

Allerdings wäre es naiv zu erwarten, das die Bayern sich noch einmal so präsentieren wie am vergangenen Sonntag. „Wir sind immer noch Deutscher Meister“, sagte Münchens Trainer Svetislav Pesic, dessen Mannschaft mit frischem Selbstvertrauen anreist. Weil sie viel mehr investierte und vor allem eine Antwort fand auf die intensive Abwehr ihres Kontrahenten, diesmal selbst das Geschehen bestimmte.

Man könnte jetzt aus Alba-Sicht kommentieren: weil die Schiedsrichter dabei kräftig mithalfen. Aber solche Töne kommen nicht von den Berlinern. Natürlich, sagte King, „hat uns wehgetan, dass unser bester Verteidiger Cliff Hammonds nur 13 Minuten dabei war“, weil er früh fünf Fouls kassiert hatte. Obradovic musste mehr wechseln, als es ihm recht war. „Die Bayern“, fand Demirel, „sind mit der etwas kleinlichen Linie der Schiedsrichter besser klar gekommen. Sie waren klüger, angepasster.“ Aber: „Verschiedene Referees gehören eben auch zum Play-off.“

Neustart also am Sonntag. Mit einem kleinen Unterschied: Wenn der Heimvorteil entscheidend ist, liegt der größere Druck jetzt auf Alba. Auch King ist eines klar: „Dieses dritte Spiel wird ein ganz großes Spiel für uns.“