Motorsport

Lausitzring als Vorspiel für die ganze Welt

DTM will ab 2017 Rennen auch in Japan und den USA bestreiten

Die DTM-Saison 2015 geht am Wochenende auf dem Lausitzring (jeweils ab 9 Uhr) zwar erst in ihr zweites von neun Rennwochenenden, doch der Blick der Fahrer, Teams und Organisatoren geht weit voraus. Am 18. Mai hatten sich Vertreter der DTM am Nürburgring mit Kollegen aus den USA und Japan getroffen. Das Ziel: Mit Saisonbeginn 2017 soll es ein so genanntes Klasse-1-Auto geben, kompatibel für Europa, Asien und Amerika. Eine ganz wichtige Komponente steht bereits fest. Die Autos werden von einem Turbo-Motor mit rund 600 PS angetrieben und optisch prinzipiell den heutigen DTM-Boliden entsprechen.

Für DTM-Chef Hans-Werner Aufrecht, 76, rückt so langsam die Erfüllung eines Traumes näher. „Ich freue mich auf den Tag, an dem die Autos der Klasse 1 von verschiedenen Kontinenten erstmals gegeneinander antreten werden.“ Ende 2017, so die Pläne, könnte es den Auftakt zunächst in Japan geben. Dann stünde einem direkten Aufeinandertreffen von Audi, BMW und Mercedes mit Honda, Lexus und Nissan nichts mehr im Wege. Die US-Vertreter brachten die Hersteller General Motors und Ford ins Gespräch. BMW-Sportchef Jens Marquardt, 45, hält den Zeitplan für realisierbar. „Ich würde sagen, wir stehen, was das technische Regelwerk betrifft, schon bei 95 Prozent. Deswegen bin ich der Meinung, dass wir 2017 die Klasse 1 haben.“

Nach dem Saisonauftakt in Hockenheim am ersten Mai-Wochenende kommt Audi als zweifacher Sieger (Jamie Green und Mattias Ekström) in die Lausitz. Die Mercedes-Fahrer konnten sich immerhin mit drei Podestplätzen trösten, während BMW auf der Grand-Prix-Strecke in Baden-Württemberg leer ausging. Was Titelverteidiger Marco Wittmann, ziemlich nachdenklich stimmt. „Es sind überall nur Kleinigkeiten die uns momentan fehlen. Aber die summieren sich. Schon deswegen finde ich es natürlich gut, dass jetzt zwei Rennen ausgetragen werden. Man kann einen Rückstand besser wettmachen“, sagt der 25-Jährige aus Fürth.

Und er erhält Unterstützung vom ehemaligen DTM-Champion Garry Paffett. „Ich bin überglücklich über die zwei Rennen, denn wenn ich schon am Sonnabend nach Hause gefahren wäre, wäre ich total genervt gewesen“, sagte der Engländer. Der 34-Jährige, gemeinsam mit dem Schweden Ekström, 36, (jeweils zwanzig Siege) erfolgreichste aktive DTM-Piloten, war am Hockenheim-Sonnabend nach einer Kollision ausgeschieden und konnte gleich am Sonntag mit Rang drei die eigenen Seele glätten.

Die Bürde des automatischen Titelfavoriten will man bei Audi aber noch nicht tragen. „Wir dürfen Hockenheim nicht überbewerten“, sagt Teamchef Dieter Gass, 50. „Die Zeitabstände sind klein, das Feld liegt eng beisammen. Aber zwei Siege in zwei Rennen sind schon ein optimaler Start.“ Optimal werden am Lausitzring auch die Fußball-Fans versorgt. Nach Rennen eins am Sonnabend (Start 18 Uhr) wird hinter der Haupttribüne das DFB-Pokalfinale per Video übertragen.