Fußball

Im Pokalfinale ruhen die alten Freundschaften

Ex-Dortmunder Perisic will diesmal den Cup mit Wolfsburg

Er spielt seit Wochen in bestechender Form und hat selbst Weltmeister André Schürrle aus der Mannschaft gedrängt: Ivan Perisic hat großen Anteil am Höhenflug des VfL Wolfsburg und will die erfolgreiche Saison an diesem Sonnabend mit einem Sieg im Pokalfinale gegen seinen ehemaligen Klub Borussia Dortmund krönen.

2012 gehörte der Kroate noch zu der Dortmunder Mannschaft, die Bayern München im Pokalfinale mit 5:2 aus dem Olympiastadion fegte, ein unvergessenes Erlebnis und eine unvergessene Mannschaft. Noch immer hat der Außenstürmer Kontakt zu Marco Reus, Ilkay Gündogan oder Shinji Kagawa, auf die er jetzt jedoch keine Rücksicht nehmen wird. „Es ist egal, wer auf der anderen Seite steht“, sagte Perisic dem Fachmagazin „Kicker“, „ich hoffe, der Pokal kommt zum ersten Mal nach Wolfsburg.“

Sorgen um Naldo und Schäfer

Ein halbes Jahr nach dem Pokaltriumph gegen die Bayern verließ Perisic den BVB Richtung Wolfsburg, um mehr Spielanteile zu bekommen. Acht Millionen Euro Ablösesumme haben die Niedersachsen investiert für den technisch versierten Offensivmann – wahrlich kein Schnäppchen. Doch mittlerweile hat sich der Transfer für den VfL Wolfsburg bezahlt gemacht.

„Ivan hat eine sehr positive Entwicklung genommen“, sagte Wolfsburgs Manager Klaus Allofs. Wie Kevin de Bruyne und Schürrle habe er zu Beginn Eingewöhnungsprobleme gehabt. Damit sei es aber jetzt vorbei. Außerdem hätten ihm die guten Auftritte in der kroatischen Nationalmannschaft „Auftrieb gegeben“, wie der Manager meinte.

In den Augen von Allofs steht Perisic in der öffentlichen Wahrnehmung oft im Schatten von de Bruyne oder Schürrle – wie er findet, jedoch zu Unrecht. „Er ist ein Spieler mit außergewöhnlichen Fähigkeiten und ein Garant dafür, dass wir im Laufe der Saison so viele Punkte geholt haben“, lobte der Manager.

Im Endspiel dürfte der 26-Jährige deshalb recht gute Chancen auf einen Einsatz von Beginn an haben. Seine Quote der letzten Wochen ist einfach zu gut. In den vergangenen vier Bundesligaspielen kam er auf vier Scorerpunkte, dazu kommt ein Treffer im Pokal-Halbfinale gegen Arminia Bielefeld (4:0). „Was ich gespielt habe, war nicht schlecht“, sagte der Außenspieler – mit Recht.

Wolfsburg bangt noch um den Einsatz von Abwehrchef Naldo und Linksverteidiger Marcel Schäfer. „Es ist unklar, ob sie spielen können“, sagte VfL-Trainer Dieter Hecking. Bei Schäfer war am letzten Spieltag der Fußball-Bundesliga beim 1. FC Köln (2:2) eine alte Wadenverletzung wieder aufgebrochen. Naldo hatte wegen Problemen am Hüftbeuger gar nicht erst gespielt. Wenigstens steht einem Einsatz von Perisic nichts im Wege.