Tabellenplatz 7

Klopp führt den BVB nach Europa

Beim Abschiedsspiel des Erfolgstrainers feiern die Borussen einen 3:2-Sieg gegen Bremen

Das letzte Heimspiel von Jürgen Klopp beinhaltete eine spannende Frage: Was würden sich die Fans zu seiner Verabschiedung nach sieben Jahren als Trainer von Borussia Dortmund einfallen lassen? Dem Anlass gemäß geriet ihre Choreografie opulent. Neben einem riesigen Klopp-Konterfei prangte vor der Südtribüne auf Plakaten „Danke Jürgen“ und darunter auf einem Transparent der philosophische Satz: „Wir brauchen viele Jahre, bis wir verstehen, wie kostbar Augenblicke sein können.“

Die Augenblicke vor und nach seinem Abschieds-Bundesligaspiel gegen Werder Bremen wird der erfolgreichste Trainer der Dortmunder Vereinsgeschichte so schnell nicht vergessen. Mit einem verdienten 3:2 (3:1) sicherte sich Klopps BVB nach einer zwischenzeitlich völlig verkorksten Saison Rang sieben in der Abschlusstabelle und ist damit bereits eine Woche vor dem Endspiel im DFB-Pokal in Berlin sicher für die Europa League qualifiziert.

Es war vor 80.667 Zuschauern das Duell zweier Teams mit zwei Gesichtern: In der Hinrundentabelle noch 16. (Bremen) und 17., in der Rückrundentabelle vor dem 34. Spieltag Fünft- (Dortmund) und Sechstbester. An drei Spieltagen belegte der BVB den letzten Tabellenplatz, Werder sogar an fünf. Mit einem Sieg hätte auch Werder noch Chancen auf die Europa-League-Teilnahme gehabt. Doch die BVB-Mannschaft ließ im Abschiedsspiel von Sebastian Kehl – dem die Fans ebenfalls mit Spruchbändern huldigten („Auf Bayerns Handgeld verzichtet, 13 Jahre hinten alles gerichtet“) – keinen Zweifel daran, dass sie Kapitän und Trainer einen Sieg schenken wollten. Nach acht Minuten gab es den ersten Pfostentreffer durch Shinji Kagawa, 65 Prozent Ballbesitz nach zehn Spielminuten – Borussia Dortmund brannte für Klopps Wunsch: „Noch einmal eine absolute Vollgasveranstaltung ablaufen lassen.“

Seine Elf drängte und drängte, profitierte dann von einem Bremer Fehlpass im Mittelfeld, infolgedessen die Post abging: Ilkay Gündogan passte auf Kagawa, alle Werder-Grätschen führten ins Leere, der Ball flog ins Tor: das 1:0 in der 15. Minute. Nur 126 Sekunden später schloss Pierre-Emerick Aubameyang mit seinem 16. Saisontreffer den nächsten Angriff erfolgreich ab.

Werder wehrte sich. Einem Pass von Zlatko Junizovic ließ Levin Öztunali eine flinke Drehung samt energischem Torschuss folgen (26.). Noch vor der Halbzeit jedoch schloss Henrikh Mkhitaryan solo souverän zum 3:1 (42.) ab. Dass die wackeren Bremer durch Theodor Gebre Selassie noch einmal verkürzte (85.), konnte die Feierstimmung nicht mehr stören. Selbst gegnerische Fans erhoben sich am Ende dann von den Sitzen und spendeten Klopp Applaus. Der Trainer, dessen Abschiedsrede auf seinen Wunsch vorab auf Video aufgenommen worden war, nahm sich Zeit für die letzte Ehrenrunde nach sieben Jahren beim BVB, natürlich sprach er auch vom Pokalfinale in Berlin am Sonnabend: „Vielleicht sehen wir uns ja am Sonntag danach noch einmal in der City – da hätte ich richtig Bock drauf.“