Erfolg

Die Affen sind los

Dem Theater um Trainer Stevens lässt Stuttgart einen Sieg gegen den Hamburger SV folgen

Noch auf dem Rasen schwor Huub Stevens das Team des VfB Stuttgart auf das Finale im Abstiegskampf ein, die Spieler des Hamburger SV schlichen niedergeschlagen vom Platz. Mit dem zweiten Sieg in Serie machten die Schwaben einen riesigen Schritt in Richtung Klassenverbleib und drängten die Hanseaten an den Abgrund. Der VfB verbesserte sich durch das überlegene 2:1 (2:1) auf den Relegationsrang, die Hamburger rutschten nach zuvor drei ungeschlagenen Partien auf den 17. Platz.

„Ich kann nur ein großes Kompliment aussprechen, dass meine Jungs nach dem Rückstand klaren Kopf behalten haben“, lobte Stevens, „wir haben aber noch ein wichtiges Spiel.“ Stevens kann mit seinen Stuttgartern kommende Woche mit einem Sieg beim SC Paderborn seine zweite Rettungsmission am Neckar krönen. Der HSV um Trainer Bruno Labbadia ist zu Hause gegen den FC Schalke 04 zum Siegen verdammt. „Wir haben es nun nicht mehr in der eigenen Hand, das fühlt sich beschissen an“, schimpfte HSV-Keeper René Adler. „Die Enttäuschung ist riesengroß, dass wir das Spiel noch aus der Hand gegeben haben“, meinte Labbadia.

Gojko Kacar (12. Minute) schockte die Schwaben mit seinem frühen Treffer in der Anfangsphase. Kapitän Christian Gentner (27.) und Martin Harnik (35.) drehten jedoch noch vor der Halbzeit das von zahlreichen Nickligkeiten geprägte 100. Bundesliga-Duell der beiden Teams.

Mit seinem neunten Saisontor bat Harnik dann zum „Affentanz“ – eine Replik auf die angebliche Schelte ihres Trainers Stevens nach dem Donnerstagstraining. Die Tanzeinlage nach dem Treffer sei spontan entstanden, erklärte Gentner nach dem Schlusspfiff. Stevens nämlich soll seine Kicker angeschrien haben: „Ihr seid Affen, das seid ihr! Hört doch auf, hört doch auf!“ Vor dem Anpfiff bereits versicherte er allerdings schon: „Das war gar nicht so gemeint, wie es geschrieben wurde in den Medien.“ Der Ausdruck habe in den Niederlanden eine „ganz andere“ Bedeutung. „Wir konzentrieren uns auf das Wesentliche, das sind die Spiele.“ Und das ist dem VfB gegen den HSV sehr gut gelungen.