Fußball

Schalke-Krise: Boateng und Sam suspendiert

Manager Heldt schließt weitere Konsequenzen nicht aus

Schalke 04 reagiert auf seine sportliche Krise mit aller Härte. Und Kevin-Prince Boateng und Sidney Sam bekommen es zu spüren. Beide Profis sind „mit sofortiger Wirkung“ freigestellt. Sportvorstand Horst Heldt hat „das Gefühl, dass das Vertrauensverhältnis nicht mehr gegeben ist“. Eine Rückkehr schloss er aus, es gebe keinen Weg zurück. Zudem wurde Marco Höger bis einschließlich Samstag vom Trainings- und Spielbetrieb suspendiert. Mit dieser drastischen Maßnahme soll angesichts des drohenden Absturzes aus den Europapokalrängen offenbar ein klares Signal gesetzt werden: Wer nicht mitzieht, gehört nicht mehr dazu.

Heldt hatte derartige Konsequenzen bereits am Sonntag nach dem 0:2 beim 1. FC Köln angedeutet, am Tag danach folgte Vollzug: „Nach langen Diskussionen gestern Abend und heute Morgen sind wir zu der Auffassung gekommen, die Spieler freizustellen“, sagte Heldt am Montag. Höger soll die Chance des Nachdenkens bekommen, wenngleich Heldt Zweifel hat, „ob er die richtige Loyalität gegenüber dem Verein mitbringt.“ Es gehe aber nur um Schalke 04 „und alles dafür zu tun, erfolgreich zu sein und die Europa League zu schaffen“.

Weitere Konsequenzen schloss Heldt nicht aus. „Das war die erste Maßnahme“, sagte er: „Wir werden diese Woche genau beobachten, wie die Reaktion der anderen ist. Ich gehe mal davon aus, dass sie jetzt gemerkt haben, dass es ans Eingemachte geht, und dass es auch jeden treffen kann.“ Der Kauf der betroffenen Spieler sei seine Verantwortung. Wie es mit ihm und auch Trainer Roberto Di Matteo nach der Saison weitergehe, kläre man, „wenn der Zeitpunkt gekommen ist“. drohte Heldt, der die Profis in der Kabine gemeinsam mit Finanzvorstand Peter Peters informierte.

Boateng war Ende August 2013 für rund zehn Millionen Euro vom AC Mailand zu den Königsblauen geholt worden und sollte bis zum Vertragsablauf (30. Juni 2016) eine Führungsrolle im Team der Königsblauen innehaben. Das funktionierte aber nur temporär. Der fünfmalige Nationalspieler Sam war zu Saisonbeginn für 2,5 Millionen Euro aus Leverkusen nach Gelsenkirchen gekommen und hat noch einen Vertrag bis 30. Juni 2018.

Heldt über den oft verletzten Sam: „Er wirkt von seiner Körpersprache nicht so, dass er uns hilft. Er steckt nicht voller positiver Energie – und das können wir in nicht gebrauchen.“